Das zentrale Spielersperrsystem OASIS hat im Jahr 2025 mehr als 5,2 Milliarden Abfragen registriert, rund 200 Millionen mehr als im Vorjahr. Das entspricht durchschnittlich 432 Millionen Überprüfungen pro Monat. Das System gilt als Kerninstrument des Spielerschutzes in Deutschland und soll gefährdete Personen vom Glücksspiel fernhalten.
Kontinuierlicher Anstieg der Systemnutzung
Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Bilanz 2025 des Spielersperrsystems veröffentlicht. Mit 5,2 Milliarden Abfragen setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort, gegenüber 2024 entspricht das einem Zuwachs von rund 200 Millionen Anfragen. Die Zahl verdeutlicht, dass konzessionierte Anbieter die Spielberechtigung ihrer Kunden systematisch prüfen.
Der Anstieg steht in direktem Zusammenhang mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, der Online und stationäre Glücksspielanbieter zur Nutzung der Sperrdatei verpflichtet. Jede Registrierung und jede Spielteilnahme wird in Echtzeit gegen die Datenbank abgeglichen. Bei einer Übereinstimmung wird der Zugang verweigert.
So funktioniert das OASIS-System
OASIS verbindet alle zugelassenen Glücksspielanbieter in Deutschland über eine zentrale Datenbank. Erfasst sind Personen, die eine Spielersperre beantragt haben oder durch Dritte gesperrt wurden. Die Sperre kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:
- Selbstsperre: Betroffene können sich eigenständig für mindestens drei Monate sperren lassen
- Fremdsperre: Angehörige oder Behörden können eine Sperre beantragen, wenn Anzeichen einer Spielsucht erkennbar sind
- Kurzsperre: Eine vorübergehende 24-Stunden-Sperre steht als zusätzliche Option zur Verfügung
- Echtzeit-Abfrage: Anbieter prüfen vor jeder Spielteilnahme die Identität gegen die Sperrdatei
- Bundesweite Gültigkeit: Die Sperre gilt für alle konzessionierten Anbieter in Deutschland, online wie stationär
Die technische Verwaltung und Überwachung liegt beim Regierungspräsidium Darmstadt. Die Behörde fungiert als zentrale Glücksspielaufsicht und veröffentlicht regelmäßig Statistiken zur Systemnutzung.
Aktuelle Zahlen im Überblick
- 5,2 Milliarden Abfragen im Jahr 2025, rund 200 Millionen mehr als 2024
- 432 Millionen Abfragen durchschnittlich pro Monat
- Über 360.000 aktive Spielersperren sind derzeit im System registriert
- Rund 60.000 Sperranträge hat das zuständige Dezernat beim RP Darmstadt im Jahr 2025 bearbeitet
Spielerschutz wird konsequenter durchgesetzt
Der Anstieg der Abfragen ist ein Indikator für die verstärkte Umsetzung des Spielerschutzes. Anders als vor der Reform des Glücksspielstaatsvertrags gibt es heute klare Verpflichtungen, die Anbieter einhalten müssen. Die hohe Zahl der Überprüfungen zeigt, dass die Branche diese Vorgaben ernst nimmt.
Die konsequente Nutzung von OASIS trägt zur Prävention von Glücksspielsucht bei. Personen, die sich selbst als gefährdet einstufen oder von anderen als solche erkannt werden, können so effektiv vom Spiel ausgeschlossen werden.
Ein weiterer Faktor für den Anstieg: Seit der Umstellung auf eine vollständig digitale Antragsstellung für die Aufhebung von Spielersperren im Jahr 2024 ist die Nutzung des Systems noch einmal deutlich gestiegen. Der vereinfachte Prozess senkt Hürden für Betroffene und Anbieter gleichermaßen.
Hintergrund: Reform des Glücksspielstaatsvertrags
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat die rechtlichen Rahmenbedingungen für Glücksspiel in Deutschland neu definiert. Erstmals wurden Online Casinos und Sportwetten bundesweit reguliert. Teil dieser Reform war die verpflichtende Anbindung aller Anbieter an OASIS.
Vor der Reform fehlte ein spielformübergreifendes, bundesweites Sperrsystem. Spieler konnten sich zwar bei einzelnen Anbietern sperren lassen, ein umfassender Schutz über Anbieter- und Spielformgrenzen hinweg bestand jedoch nicht. OASIS schließt diese Lücke und verhindert, dass gesperrte Personen einfach zu einem anderen Anbieter wechseln, unabhängig davon, ob es sich um eine Spielhalle, Spielbank, Wettbüro oder ein Online Casino handelt.
Schwarzmarkt als anhaltende Herausforderung
Parallel bleibt die Bekämpfung illegaler Anbieter eine zentrale Aufgabe. Während lizenzierte Betreiber an OASIS angebunden sind und die Sperrdatei konsequent nutzen, umgehen Schwarzmarkt-Anbieter diese Kontrollen vollständig. Für gesperrte Personen besteht damit weiterhin ein Ausweichpfad in den unregulierten Bereich, ohne Spielerschutz, ohne Einzahlungslimits und ohne Sperrsysteme.
Die Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags gegenüber nicht lizenzierten Anbietern bleibt daher ein fortlaufender Prozess, der Aufsichtsbehörden, Technologie und Aufklärungsarbeit gleichermaßen fordert. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ausschließlich legale Online Casinos in Deutschland nutzen, denn nur diese sind an OASIS angebunden und unterliegen den gesetzlichen Spielerschutzvorgaben.
Ausblick: Spielerschutz als fortlaufende Aufgabe
Die vom Regierungspräsidium Darmstadt veröffentlichte Bilanz 2025 liefert einen klaren Befund: 5,2 Milliarden Abfragen, 60.000 bearbeitete Sperranträge, über 360.000 aktive Sperren. Die Zahlen belegen, dass OASIS kein Papiertiger ist, sondern täglich wirkt.
Gleichzeitig zeigen sie, wie viele Menschen in Deutschland Unterstützung beim Thema Spielsucht suchen oder benötigen. Das ist kein Grund zur Entwarnung, sondern ein Auftrag an Behörden, Anbieter und Politik, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Denn ein Sperrsystem ist nur so stark wie die Konsequenz, mit der es durchgesetzt wird.
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