Erfahrungsbericht Poker Turniere Stuttgart

Hier findet ihr meinen Pokerbericht zum Bounty-Turnier in Stuttgart. Alle Informationen zur Spielbank Stuttgart gibt es hier. Des Weiteren haben wir die Spielbank Stuttgart selbst besucht und einen Erfahrungsbericht geschrieben.

Fakten:

  • Buy-In 77 Euro inkl. Bounty (Kopfgeld) von 20 Euro
  • 5 Euro fließen in das Ranglistenturnier der Spielbank Stuttgart
  • Blinds steigen alle 20 Minuten
  • Blinds beginnen bei 25/50
  • Startchips: 5000
  • Turnierbeginn: 19:00 Uhr
  • Maximale Teilnehmerzahl: 50
  • Turnierteilnehmer: 50 (ausverkauft)
  • Spielvariante: Knock-Out, Texas Hold’em, No Limit, Modus: Freeze Out
  • Pot: 2600 Euro
  • Plätze eins bis sechs werden bezahlt
  • Verteilungsschlüssel: 35%/20%/15%/12% und 8%

spielbank in stuttgartGestern am 17.08.2014 bin ich in das Casino Stuttgart gefahren, um am Bounty-Turnier teilzunehmen. Dies ist meine sechste und vorerst letzte Station meiner Pokertour. Das riesige Casino wurde mir von mehreren Bekannten empfohlen. Es gilt als die Pokerhochburg in Baden-Württemberg. Da das Casino 250 Kilometer von meinem Haus entfernt liegt, startet ich bereits um 15:00 Uhr. Angemeldet habe ich mich über die Webseite der Spielbank und die Gebühr wurde per Kreditkarte beglichen. Die frühe Anfahrt hat sich gelohnt, denn es herrscht Ferienverkehr auf den deutschen Straßen. Erst gegen 18:00 Uhr erreiche ich die Spielbank. Wer sich in Stuttgart nicht auskennt und kein Navi hat, erreicht die Spielbank trotzdem leicht, denn sie liegt in der Nähe der Autobahnausfahrt/Degerloch an der A8 und nicht im Zentrum von Stuttgart.

Wie mein Kollege bereits bei in seinem Erfahrungsbericht zur Spielbank Stuttgart geschrieben hat, wird hier sehr viel wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild gelegt. Ich trage einen Anzug wie die meisten Besucher. Nur wenige Teilnehmer an den Pokertischen haben Turnschuhe und Poloshirt an. Der Check-In klappt problemlos, der freundliche Floorman erkennt anhand der Eintrittskarte, dass ich bereits für das Turnier angemeldet bin.

Die Spielbank verfügt über einen eigenen Pokerbereich. An insgesamt neun Tischen wird hier gespielt. Sehr zu meiner Freude darf im Pokerbereich geraucht werden. Gespielt wird an modernen Pokertischen mit Mischmaschine. Die Teilnehmer des Poker Turnieres kommen zum Großteil aus Stuttgart. Dies merke ich nicht nur am Dialekt, sondern auch an den Begrüßungen der Spieler. Pünktlich um 19 Uhr gibt der Floorman das Turnier frei. Es handelt sich um ein Bountyturnier, jeder Spieler hat ein Kopfgeld von 20 Euro einbezahlt. Wirft nun ein Spieler im Heads-Up einen oder mehrere Spieler aus dem Turnier, so erhält dieser die Prämie von 20 Euro. Das Kopfgeld wird unabhängig gezahlt, jeder Bountychip, kann nach Spielende in Bargeld getauscht werden.

Das Poker Turniere

Ich werde an Tischnummer drei gesetzt auf den Platz eins. Direkt rechts neben mir sitzt der Dealer. Aufgrund der langen Anreise habe ich keine Lust, sofort aus dem Turnier zu fliegen. Also warte ich ab, bis eine spielbare Hand kommt. Nach ca. 15 Minuten ist es so weit, ich erhalte Ass – König in Kreuz. Leider sitze ich am Dealerbutton. Ich muss also erhöhen und schiebe 500 Chips über die Linie. Der Shortstack geht All-In mit 1500 Chips, ein weiterer Spieler called ihn. Im Prinzip habe ich nun zwei Möglichkeiten. Zum einen kann ich das Blatt niederlegen oder ich kann ebenfalls All-In gehen. Da ich diesen Bericht verfassen möchte, und auch kein gutes Gefühl habe, entscheide ich mich das Blatt wegzuwerfen. Dies war eine sehr gute Entscheidung. Heads-Up: Ass – Ass gegen Dame – König. Gleich der Flop bringt Dame – König. Die restlichen Karten spielen keine Rolle mehr und der erste Spieler verabschiedet sich vom Tisch. Damit wechselt auch der erste Bountyjeton den Besitzer.

Lange erhalte ich keine spielbaren Karten und werde langsam etwas nervös. Als die Blinds erneut an mir vorüber gezogen sind ist mein Stack unter 3500 Chips gefallen. Wir befinden uns im dritten Level, die Blinds stehen bei 100/200. In dieser Hand habe ich Glück und erhalte König – König, ein Shortstack geht mit knapp 1000 Chips All-In, ich gebe ihm den Call. Heads-Up: König – König gegen König – Dame in Herz. Der Flop bringt kein Herz und auch keine Dame. Entspannt warte ich auf die Turn- und Riverkarte. Beide Karten ändern das Board nicht, somit habe ich 20 Euro für die Bounty gewonnen. Mit knapp 5000 Chips gehe ich in die erste Pause.

Wie die meisten Spieler verbringe ich die Pause am Tisch und beobachte den Chipcount. Neben Poker ist das Hauptthema der Vfb Stuttgart, welcher sich gestern aus dem DFB-Pokal verabschiedet hat. Die Leute sind locker und gelöst, von schwäbischer Sparsamkeit ist keine Spur, denn einige Kontrahenten gehen an den Black Jack Tisch. Die Pause wird auch dazu genutzt, die Tische neu zu besetzen. Ein Tisch wurde aufgelöst und es befinden sich nach einer Stunde noch 38 Spieler im Rennen.

poker stuttgartNach der Pause geht es für mich weiter wie zuvor, kaum eine gute Hand, und wenn einmal halbwegs gute Karten kommen, sitze ich nicht in Position. Zudem sitzen links neben mir zwei Stacks mit über 15000 Jetons. Mit meinem Nachbarn komme ich gut ins Gespräch und erfahre, dass ca. 80% der Gäste Stammkundschaft sind. Ein wenig merkt man auch die schwäbische Sparsamkeit, denn es werden hauptsächlich große Hände gespielt. An meinem Tisch tut sich nichts dafür an den anderen Tischen. Das Turnier wird nach zwei Stunden auf drei Tische reduziert. Ich finde mich an einem Tisch mit vier Spielern über 20000 Chips wieder. Ich selbst sitze auf einem Stack von 10500 Chips.

Nach einem kleinen Pils – an der gut gefüllten Bar – startet das Turnier im Level 7. Es sind noch 24 Spieler im Turnier. Meine Lage hat sich leider nicht verbessert, da die Blinds bereits bei 800/1600 stehen und ich nur noch 9000 Chips habe.

Auf Platzierung zu spielen macht wenig Sinn, deshalb entscheide ich mich jetzt, mit der nächsten guten Hand All-In zu gehen. In mittlerer Position gibt mir der Dealer Ass – Sechs in Pik. Ich calle die Hand im ersten Schritt nur, vielleicht ziehe ich noch ein paar Spieler ins Boot. Ein großer Stack direkt vor dem Small Blind erhöht auf 6000 Chips. Alle anderen Spieler sind weg und ich gehe All-In. Der Aggressor called wie erwartet. Es liegen 21000 Chips in der Mitte. Heads-Up: Ass – Sechs (beides Pik) gegen Ass – Dame. Flop:Ass – Ass – Neun. Nur noch eine Sechs könnte mich retten – diese kommt leider nicht. Somit beende ich dieses Turnier auf dem 22. Platz. Ziemlich ratlos verlasse ich meinen Platz. Ich beobachte das Turnier noch bis 23:30 Uhr. Bis dahin sind noch 12 Spieler im Rennen. Aufgrund der langen Heimfahrt entscheide ich mich, dass Turnier nicht bis zum Ende zu verfolgen und trete die Heimreise an.

Die verrückte Hand des Turniers

Viele starke Heads-Ups gab es leider nicht. Die meisten gecallten All-Ins kamen von kleinen Stacks und wurden zum Großteil eins gegen eins gespielt. An anderen Tischen herrschte durchaus mehr Action, darüber kann ich leider nicht berichten. Dafür habe ich meinen ersten Royal Flush bei einem Turnier gesehen. Leider kam es bei dieser Runde nicht zum Show-Down, der Spieler hat ihn jedoch gezeigt.

Fazit Poker in Stuttgart

Das Casino in Stuttgart ist ein Paradies für Pokerfans. Die Stimmung ist erstklassig und durch das Ranglistensystem herrscht unter den Spielern von Beginn an eine gewisse Spannung. Das Personal ist freundlich und kompetent. Die Dealer haben kaum einmal einen Fehler begangen und wenn wurde dieser schnell korrigiert. In Stuttgart wird Poker auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Anfänger findet man trotz des niedrigen Buy-In kaum. Meinen Bounty-Jeton habe ich mit genommen, er wird mich immer an meine Pokertour nach Stuttgart erinnern.