Erfahrungsbericht Poker Turniere Mainz

Dies ist mein Pokerbericht aus der Spielbank Mainz. Hier haben wir alle wichtigen Basisinformationen zum Casino Mainz zusammengestellt. Natürlich fehlt auch ein Erfahrungsbericht aus der Spielbank Mainz nicht.

Fakten:

  • Buy-In 100 Euro
  • Blinds steigen alle 20 Minuten
  • Blinds beginnen bei 20/40 (kein Ante)
  • Startchips: 4000
  • Turnierbeginn: 19:30 Uhr
  • Maximale Teilnehmerzahl: 44 plus Nachrücker
  • 8 Nachrücker, erhalten einen Platz, wenn eine Person aus dem Turnier ausscheidet.
  • Spielvariante: Texas Hold’em Freeze Out
  • Pot: 5200 Euro
  • Plätze eins bis sechs werden bezahlt

Eintritt Casino MainzAm Freitag dem 16.08.2014 habe ich die Spielbank in Mainz besucht, um am Texas Hold’em Freeze Out Turnier teilzunehmen. Angemeldet habe ich mich über das Onlineformular der Spielbank. Als ich die Bestätigungsmail erhielt, fand ich mich auf dem Wartelistenplatz eins wieder. Nach einem kurzen Anruf im Casino wurde mir erklärt, dass ich sicher am Turnier teilnehmen kann, denn oftmals erscheinen einige Spieler nicht. Zudem wird das Turnier bis zur ersten Pause nach einer Stunde, mit Nachrückern immer wieder aufgefüllt. Als ich um 19:00 Uhr die moderne Spielbank erreiche, stehen extrem viele Spieler beim Floorman. Aufgrund des nasskalten Wetters haben sich über 65 Personen für die 44 Plätze registriert, um 19:25 Uhr soll ich mich melden, dann erfahre ich, ob ich gleich mitspielen kann, oder warten muss, bis ein Spieler ausscheidet. Ich habe Glück und darf sofort mitspielen. Ich werde an den Tisch Nummer vier gesetzt und erhalte den Platz Nummer fünf. Vor mir liegen die großen Jetons im „Las Vegas Style“. Der Tisch wird erhellt von einer ovalen Tischleuchte und ziemlich schnell ist er voll besetzt. Einige Spieler kenne ich bereits aus dem Casino Wiesbaden, auch diese haben mein Gesicht nicht vergessen und begrüßen mich freundlich. In der Spielbank Mainz gibt es eine sehr lockere Kleiderordnung, dies liegt auch daran, dass der Automatenbereich nicht vom klassischen Spiel abgetrennt ist. Lockere saubere Freizeitbekleidung reicht hier aus, um am Poker Turniere teilzunehmen. Dementsprechend finden sich viele junge Spieler mit Hoody’s, Kopfhörern und Sonnenbrillen am Tisch wieder. Die Atmosphäre erinnert an die großen Poker Turnieree, welche ich aus dem Fernseher kenne. Zudem kann an den Tischen geraucht werden, dies gefällt Nichtrauchern vielleicht nicht, ich als Raucher schätze dies jedoch sehr. Noch eine Besonderheit gibt es in Mainz, denn es sitzen elf Spieler an einem Tisch, somit erhöht sich das Risiko auf eine starke Hand zu treffen. Die Tische sind etwas größer als in anderen Spielbanken. Jeder Tisch ist mit einer Mischmaschine ausgestattet, dementsprechend wir abwechselnd, mit je einem Set französischer Karten gespielt. Das Ambiente stimmt und ich fühle mich sehr locker. So kann das Turnier beginnen.

Das Poker Turniere

poker mainzFür dieses Turnier habe ich mir vorgenommen, nur starke Hände zu spielen. Wenn diese kommen, möchte ich nicht gleich hoch einsteigen, sondern abwarten, was der Gegner macht. Zudem möchte ich erstmals aus der Position heraus bluffen, wenn dies möglich ist. Denn von meinen Live-Turnieren weiß ich, dass ich mit einem nur Tighten-Spiel, keinen großen Stack aufbauen werde. Das Turnier beginnt für mich wie gemacht. Gleich in der ersten Hand sitze ich ganz hinten und erhalte König – Zehn in Herz. Zwei Spieler callen eine Dame erhöht auf 200 Chips. Ich gehe mit: Flop Ass (Herz) – Zehn (Herz) – Bube (Pik). Die Dame erhöht auf 500 Chips. Ich entscheide mich spontan zum Callen. Als Turnkarte kommt der Pik (König). Ich halte zwei Paare mit der Option auf einen Flush. Bereits 700 Chips von mir liegen im Pot, ich sehe den „Straßenalarm“, zögere ein wenig und gehe All-In. Irgendwie habe ich es im Gefühl, dass sie nur das Ass getroffen hat. Sofort geht eine große Diskussion am Tisch los, ihr Zögern signalisiert mir jedoch, dass Sie weder die Straße hat, noch eine Option auf den Flush. Schließlich legt sie die Karten nieder und zeigt ihr Ass. Der Bitte meine Karten offen zu legen komme ich nicht nach.

Es wird extrem viel geredet am Tisch, dies verwirrt mich in manchen Händen total und mir fällt es schwer den Überblick zu behalten. Zudem merke ich deutlich, dass einige Spieler meine Spielweise bereits analysiert haben. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten sie mein Blatt gesehen. Nur ein Beispiel: Ich erhalte Ass – König. Die komplette Runde wird gecheckt und ich habe keinen Treffer. Nach der River-Card erhöht mein Gegner auf 500 Chips. Da höre ich am Tisch: „Wenn du Ass – König oder Ass – Dame hast, dann zahle ihn doch aus“. Ich stehe innerlich so unter Druck, dass ich All-In gehe und sage: „Wenn ihr es wissen möchtet, muss er mich callen.“ Der Call bleibt aus, dafür nehme ich mir vor, etwas vom Gas zu gehen.

In der ersten Stunde spiele ich 16 Hände, mir ist bewusst, dass dies zu viel ist, jedoch habe ich auch extrem gute Karten. Zwei Spieler an unserem Tisch sind ausgeschieden und wurden durch Nachrücker ersetzt. Ich gehe mit 10500 Chips in die Pause und habe meinen Stack mehr als verdoppelt.

Die Blinds steigen in Mainz sehr schnell. Nach der Pause, also in der vierten Blindstufe, sind bereits 200/400 Jetons fällig. Die Shortstacks sind deshalb gehörig unter Druck. Ich spiele langsam und versuche jetzt wirklich nur noch Prämiumhände zu spielen. Bis zu dieser Hand: Ich erhalte 5 – 5 in Position sieben und erhöhe auf 1500 Chips. Der Big Blind called. Flop: 9 – 9 – Dame. Der Gegner checkt. Ich erhöhe nochmals um 500 Chips, um mehr Informationen herauszukitzeln und bekomme den Call. Turnkarte ist die 5, jetzt checke ich und warte auf eine Reaktion, es wird gecheckt. Die Riverkarte ist eine Neun. Da ich weiß, dass auf dem River gern geblufft wird, checke ich zu meinem Gegner. Dieser geht mit seinen letzten 1200 Chips All-In, ohne zu zögern, calle ich. Er zeigt Dame – 9 und gewinnt. Ich ärgere mich maßlos, denn ich hätte wissen müssen, dass er gleich die Dame oder eine Neun getroffen hat, sonst hätte er mich nach dem Flop nicht gecalled. Als der erste Tisch aufgelöst wird, ist mein Stack auf 7000 Chips zusammengeschrumpft, und die Blinds befinden sich bei 400/800 Chips.

Unter den ersten 33 Spielern bin ich jetzt schon einmal, die Aktion am heutigen Tag ist wirklich extrem hoch. Nach wenigen Händen sitze ich am Dealerbutton mit König – König und gehe All-In. Vom Chipleader erhalte ich den Call. Heads Up: König – König gegen Dame – Dame. Das Board bringt für keinen der Spieler eine Verbesserung, nur mein Puls steigt mit jeder gelegten Karte, somit verdopple ich meinen Stack auf über 15000 Chips. Viel ist dies nicht, denn nach der zweiten Pause, stehen die Blinds bereits bei 1000/2000 Chips. In der Pause erfolgt der Chipcount, das Turnier wird nun mit den großen rechteckigen Chips fortgesetzt.

spielbank mainz pokerMittlerweile sind nur noch 19 Personen im Rennen. Der Floorman mischt die Tische je zur Hälfte mit großen Stacks und Shortstacks. Mein Tisch ist bis auf zwei sehr große Stacks, relativ ausgeglichen besetzt. Meinen Stack kann ich durch ein paar gewonnene Hände auf knapp 30000 Chips ausbauen und das ohne jemals einen Show-Down zu erleben. Das Turnier ist auf 13 Spieler zusammengeschrumpft. An meinem Tisch befinden sich sechs Teilnehmer. Mein Ziel ist der Final-Table. Für einen Anfänger wie mich wäre dies wie der Turniergewinn. Da die Blinds bereits bei 4000/8000 Chips stehen muss jetzt jeder versuchen mitzuspielen. Ausruhen ist bei dieser Blindstruktur unmöglich. Die Blinds ziehen an mir vorüber, zweimal wird All-In gegangen, sodass mein Stack um 12000 Chips geschrumpft ist. Dann erhalte ich Ass – Ass!!! Sofort gehe ich All-In, bekomme den Call vom Small-Blind und auch der Chipleader im Big Blind geht All-In. Heads Up: Ass – Ass gegen Bube – Bube gegen 10 – 10. Im Flop kommt gleich die Zehn. Ein kurzes Raunen am Tisch. Ich stehe auf Turn und River bringen nichts. Der Final Table steht und das leider ohne mich. Auf Position 11 beende ich das Turnier, dies bestätigt mir der Floorman. Elektronische Anzeigen gibt es in Mainz nicht. Alle Informationen kann man leicht beim Floorman erfragen. Infos zum Preisgeld werden nach der ersten Pause bekannt gegeben.

Fazit Poker Turniere in Mainz

Zuerst einmal ein großes Lob an die Dealer und den Floorman. Diese verstehen nicht nur ihr Handwerk, sondern greifen auch bei Streitigkeiten am Tisch ein. Von diesen gab es bei meinem Besuch reichlich. Meist ging es darum, dass sich Personen, welche nicht in der Hand sitzen, sich nicht einmischen sollen. Diese Probleme wurden mit Worten gelöst, es gab aber auch eine Verwarnung, so etwas hatte ich bis dahin noch nie erlebt.

Ich war mit meinem Turnier recht zufrieden, obwohl mir diesmal deutlich meine Grenzen aufgezeigt wurden. Bei keinem Live-Turnier habe ich ein höheres Niveau erlebt als in Mainz. Von der lockeren Kleidung, der meisten Spieler sollte man sich nicht täuschen lassen. An diesen Tischen gibt keine Anfänger. Wer nach Mainz zum Pokern fährt, erlebt harte Positionskämpfe und gekonnte Bluffs an der richtigen Stelle. Zieht man seine Strategie konsequent durch, so hat man fast keine Chance zu gewinnen. Die meisten Spieler können ihre Gegner recht gut lesen. Übereilte All-Ins gab es wahrscheinlich nur von mir. Ein richtig guter Spieler hätte mit meinen Händen heute sicherlich etwas Preisgeld abgeschöpft. Leider kann man diese Feinheiten nur vor Ort trainieren. Im Onlinecasino geht dies nicht, denn dort sieht man den Gegner nicht. Dadurch kann man nicht abgelenkt werden und die Gegner sehen auch ein nervöses Verhalten nicht. Des Weiteren sind die Chipstände klar und deutlich abzulesen. Ich habe mich bei diesem Turnier zu sehr treiben lassen. Klar die letzte Hand mit Ass – Ass zu verlieren ist hart. Jedoch bin ich, bei so einem starken Feld, froh überhaupt so weit gekommen zu sein.