Poker in der Spielbank Bad Kissingen

Dies sind meine Erfahrungen bei einem Poker Turniere in Bad Kissingen. Hier finden Sie alle Basisinformationen über die Spielbank Bad Kissingen und hier gibt es meine Erfahrungen in der Spielbank Bad Kissingen.

Aber hier wie gesagt meine Erfahrungen beim Pokern in Bad Kissingen:

Fakten:

  • Ranglistenturnier zur Spielbanken Bayern Poker Meisterschaft (SBPM).
  • Buy-In 110 Euro wobei 10 Euro in den Pot der SBPM fließen
  • Startstack: 10000 Chips
  • Blinds starten bei 50/100
  • Levelerhöhung alle 15 Minuten
  • Modus: Freeze-Out mit Second Chance
  • Die zweite Chance kann bis einschließlich des sechsten Levels genutzt werden.
  • Turnierbeginn: Jeweils am Freitag um 19 Uhr
  • Teilnehmer (inkl. Nachrücker): 33
  • Second Chance wurde 14 mal genutzt
  • Pot: 4700 Euro
  • Bei 33 Teilnehmern werden vier Plätze bezahlt
  • Verteilungsschlüssel: 38%/28%/20%/14%

Am 01.08.2014 habe ich die Spielbank Bad Kissingen besucht, um am Ranglistenturnier zur Spielbanken Bayern Poker Meisterschaft (SBPM) teilzunehmen. Anmelden kann man sich für das Turnier telefonisch, online auf der Webseite der Spielbank oder direkt vor Ort. 30 Minuten vor Spielbeginn haben erst fünf Besucher ihren Buy-In getätigt. Der Floorman sagt jedoch, dass das Turnier mit Sicherheit gut gefüllt sein wird. So kam es dann auch – Ruck Zuck waren alle 30 Plätze belegt. Im Verlauf des Turniers sind noch weitere drei Nachrücker eingestiegen. Gespielt wird Texas Hold’em im Freeze-Out-Modus mit Second Chance. Bei Chipverlust hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit für weitere 110 Euro einen neuen Startstack zu kaufen. Auch von der Second Chance fließen 10 Euro in den Jackpot des Finalturniers der SBPM.

Nach einem Turnier in Wiesbaden ist dies mein zweites Live-Tournament. An den drei großen, alten Pokertischen spielt zu 90% Stammkundschaft. Die Spieler kennen sich und begrüßen sich mit Handschlag. Auch ich werde begrüßt mit „Ohh wieder mal ein neues Gesicht“. Die Stimmung ist gelöst und freundlich.

In Bad Kissingen mischen die Dealer die Karten noch per Hand. Eine elektronische Mischmaschine gibt es nicht. Sie verstehen jedoch ihr Handwerk und einem zügigen Spiel steht nichts im Wege.

Das Poker Turniere:

Auch für dieses Turnier habe ich mir wieder vorgenommen „Tight“ zu spielen. Gute Hände jedoch konsequent durchzuziehen. Die Turnierstruktur mit „Second Chance“ lädt förmlich dazu ein. Zumindest am Anfang gehe ich von einer sehr aggressiven Spielweise des Kontrahenten aus. Ich bekomme Platz drei am Tisch drei zugewiesen. Ein schöner Platz, denn hier habe ich alle Spieler im Blick. Auch der Führende, der Rangliste von Bad Kissingen, Jochen Kaiser nimmt auf Sitz 10, an meinem Tisch Platz. Heute findet das 21. Turnier statt und er führt die Rangliste mit 4467 Punkten an. Wenn man bedenkt, dass es pro Turnier maximal ca. 400 Punkte gibt, ist dies eine stattliche Leistung. Zwölf weitere Spieler im Teilnehmerfeld haben über 3000 Punkte. Ich richte mich auf einen harten Kampf ein.

Ich starte das Turnier im Small Blind und erhalte gleich auf meiner ersten Hand Ass – König in Herz. Ein Spieler vor mir erhöht auf 4000 Chips. Ich überlege kurz und schiebe meinen kompletten Stack über die Linie. Der Big Blind legt die Karten nieder und auch der Aggressor gibt mir keinen Call. Auf nachfrage zeige ich mein Ass, den Kicker verheimliche ich.

poker bad kissingenWie vermutet geht es in der Anfangsphase sehr schnell zur Sache. Fast jede spielbare Hand wird genutzt, um All-In zu gehen. Allein in den ersten 30 Minuten nutzen an meinem Tisch vier Spieler ihre Second Chance. Es gibt Reihenweise Flushs und Full House. Ich hingegen muss mich zurückhalten, denn nach meiner ersten Hand, bekomme ich keine guten Karten. Erhalte ich doch mal ein Ass oder einen König ist der Kicker meist zu niedrig. Bis zur ersten Pause, nach einer Stunde, gibt es an meinem Tisch fünfmal die Second Chance. Insgesamt wurde im Turnier bis zu diesem Zeitpunkt 12-mal von dieser Option Gebrauch gemacht. Der Chipleader des Turniers sitzt an meinem Tisch und hat über 50000 Chips. 29 Spieler sind noch im Turnier der Average Stack liegt bei knapp 14500 Jetons. Ich selbst gehe mit 9700 Chips in die Pause.

Nach dem Chip Count liegen die Blinds bei 400/800. Ich stehe also gehörig unter Zugzwang. Gleich zu Beginn, des 5. Blindlevels verabschiedet sich Jochen Kaiser, aus dem Turnier. Für viele kein Wunder, denn ich erfahre, dass er zwar der Führende der Rangliste ist, aber auch nur, da er fast kein Turnier auslässt.

Kurz darauf gibt mit die freundliche Dealerin zwei Könige. Den Flop abzuwarten hat bei meinem Stack wenig Sinn. Ich stelle meine verbleibenden 8400 Jetons in die Mitte und bekomme wenigstens einen Call vom Chipleader. Show Down! König – König gegen Dame – 10. Der Flop bringt 2-2-J, Turn die 9, River Ass. Puhh mit einer 8 oder einem König wäre es Vorbei gewesen. Mit knapp 18000 Chips bin ich knapp unter dem durchschnittlichen Stack.

Wir befinden uns kurz vor Ende des sechsten Levels und der Floorman annonciert die letzte Chance auf die Second Chance oder für einen Nachrücker. Mir hätte ein Nachrücker gut gefallen, denn es Spielen nur noch acht Spieler an meinem Tisch.

Bis zur Pause passiert kaum noch etwas an unserem Tisch. Ich beende die Runde mit 16200 Jetons und damit ein gutes Stück unter dem Average Stack. Im Raucherraum wird wild diskutiert, warum die eine oder andere Hand nicht so oder so gespielt wurde. Ich bin schon froh, dass ich auf eine Second Chance verzichten konnte und ich mich bis jetzt zu keinem großen Fehler hinreisen lassen habe.
Nach der Pause startet das Turnier mit dem 9. Level. Die Blinds stehen bei 1200/2400. Die Spielgeschwindigkeit hat merklich abgenommen. Mehr als eine Blinderhöhung pro Runde gibt es kaum noch. Im 10.Level und mit 12600 Chips bekomme ich am Button erneut Ass (Pik) – König (Herz). Ohne lange zu zögern, gehe ich All-In. Zu der Chipleader sitzt zwei Plätze neben mir und gibt mir den Call zu meiner Überraschung wird die Hand von zwei weiteren Spielern gecalled. Es liegen 54000 Jetons im Pot, dies würde mich ein ganzes Stück weiter bringen.

Flop: Ass – 8 – J. Ich freue mich kurz, wenigstens getroffen. Nun geht der Chipleader All-In, er hat knapp 70000 Chips. Eine Hand legt nieder und der letzte Kontrahent called. Innerlich weiß ich, dass es für mich nicht gut aussieht. Show Down: Ass – Dame, Ass – König, 10 – 10. – Turnkarte: Ass! Ich atme tief durch. Der Dealer macht eine kurze Pause, dann klopft er und legt die 10. Das Turnier ist für mich auf Platz 23 beendet.

Nach einer Casinorunde durch den Automatensaal und einer Partie Black Jack kehre ich zu den Pokertischen zurück. Der Final Table steht. Im Turnier befinden sich nur noch sieben Personen. An einem weiteren Tisch wird Cash Game mit Blinds 2/4 gespielt.

Als das Feld auf fünf Spieler geschrumpft ist wird dem Bubbelboy angeboten das er 250 Euro bei einem ausscheiden erhält. Schlagartig geht dieser mit 9 – 3 All-In und scheidet aus. Es ist ca. ein Uhr, dass bitten um einen Deal wird vorerst vom Chipleader verneint. Nach gut 20 Minuten gibt dieser nach und schlägt einen Deal vor. Er möchte 1500 Euro. Dies erscheint vor allem dem zweitplatziertem Spieler zu viel. Schließlich einigt man sich auf 1400 Euro. Die restlichen 3050 Euro teilen die Spieler gerecht untereinander auf.

Die verückteste Hand des Turniers

poker turniereIch kann natürlich nur die Hände beurteilen, welche ich gesehen habe. An meinem Tisch gab es viele Full House, Flush’s und Straßen. Wirklich extreme Hände wurden nur zu Beginn des Turniers gespielt. Hier wurde praktisch mit jedem Paar All-In gesetzt. Extrem war ein All-In mit 4 – 9 suited, welcher zweimal gecalled wurde. Gleich im Flop hat er den Flush getroffen. Poker ist halt ein Glücksspiel, auch wenn viele behaupten es sei Sport.

Fazit Poker Bad Kissingen

Wer glaubt in Bad Kissingen könnte er Fische ausnehmen, sollte lieber Zuhause bleiben. Das Pokerniveau befindet sich auf einem sehr hohem Level. Viele Spieler gehen extrem aggressiv in die Hände. Besonders zu Turnierbeginn suchen alle Spieler ihren Double-Up zu treffen und gehen auch mit kleinen Paaren All-In.

Trotz meines 23. Platzes war ich mit meinem Turnier zufrieden. Ich habe keinen großen Fehler begangen. Meine Keyhände wurden gecalled und ich bin mit einem Drilling unglücklich aus dem Turnier ausgeschieden. Sicherlich hätte ich zu Turnierbeginn noch aggressiver Spielen können, aber ich bin nicht der Typ, welcher mit 9 – 10 suited All-In stellt. Ich kann mir durchaus vorstellen das Haie bei diesem „Loosen-Spielern“ einen guten Schnitt machen.

Insgesamt ein wirklich gelungener Abend. Pokerfreunden kann ich eine Reise nach Bad Kissingen nur empfehlen.