Poker in der Spielbank Magdeburg

Spielbank MagdeburgLeider gibt es aktuell keinen Poker mehr im Casino in Magdeburg. Besucher können am Automatenspiel teilnehmen oder an einem Blackjack-Tisch Platz nehmen. Dies ist der Pokererfahrungsbericht zum Casino Magdeburg. Alle Basisinformationen zur Spielbank gibt es hier. Nachdem ich mich online über das Poker-Turnier-Angebot der Merkur Spielbanken Sachsen-Anhalt informiert hatte, entschied ich mich am 9.05.2018 zum Besuch der Spielbank Magdeburg. An diesem Abend sollte dort ein Poker-Knock-Out-Turnier stattfinden, das mich neugierig machte. Zusätzlich zu den regulären Einsätzen im Spiel wird hierbei um Knock-Out-Karten mit einem Geldwert von 25 Euro gespielt, von denen jeder Spieler zu Beginn ein Exemplar erhält. Abgegeben wird diese Karte an den Spieler, der es schafft, einen anderen aus dem Spiel zu „knocken“. Der Buy-In für diese Turniervariante betrug 125 Euro, wovon 100 in Form von einsetzbaren Chips auf dem Tisch kamen, während die restlichen 25 Euro in Kartenform gehalten wurden. Für das auf 20 Teilnehmer ausgelegte Turnier konnte man sich sowohl online als auch direkt vor Ort registrieren, dort ab 18.30 h am Spieltag. Ich war frühzeitig an Ort und Stelle, auch um mir den Rest des Casinos anzusehen und ein paar andere Spiele auszuprobieren, weshalb ich die Anmeldung vor Ort wählte. Im Verlauf des Abends erkannte ich jedoch, dass es durchaus Vorteile haben kann, sich bereits im Vorfeld online anzumelden. Ich stellte fest, dass das Casino Magdeburg, zumindest was den Pokerbereich angeht, nicht ganz so gut ausgestattet ist, wie die Spielbank in Leuna-Güthersdorf. Dort findet man drei Pokertische in einem erhobenen und abgeteilten Bereich des Casinos und einen weiteres für das Chash-Game. Magdeburg wartet dagegen nur mit zwei Tischen auf, die eher lieblos mittenreingestellt eine Ecke des Hauptraumes besetzen.

Zuerst jedoch vertrieb ich mir die verbliebene Zeit bis zum Turnier damit, ein paar Euro an einer Slot-Machine zu verjubeln und einen Lillet Berry zu trinken, welcher den Barkeeper, der seinen ersten Arbeitstag im Casino absolvierte, zunächst leicht überforderte. Unter Anleitung einer erfahreneren Mitarbeiterin schaffte er es dennoch, mir ein perfektes Erfrischungsgetränk zu servieren, mit eisgekühlten Früchten und Pfiff. Überhaupt fiel mir auf, wie freundlich und zuvorkommend das Personal des Casinos war. Besonders die nette Dame, die hin und wieder mit einem Tablett voller Süßigkeiten an mir vorbeikam, die sie mir anbot, bekam die volle Sympathiepunktzahl von mir. Etwas Zeit vertrieb ich mir noch mit der unauffälligen Beobachtung der anderen Spieler, die sich nach und nach einfanden. Das Spektrum war breit, vom Senioren, der bereit schien, seine Rente zu verzocken, bis zum noch jungen Kumpel-Duo, das sich einen lustigen Männerabend machen wollte, war alles geboten. Selbst den jedes Klischee erfüllenden Spielsüchtigen in eher abgetragener Kleidung, der einen Spielautomaten mit grimmiger Mine mit 50 Euro-Scheinen fütterte, konnte ich in einer Ecke entdecken. Nur die Frauenquote war, abgesehen von mir selbst und den weiblichen Angestellten der Spielbank, denkbar gering.

Das Pokerturnier

Pokerturnier Spielbank MagdeburgRegulärer Spielbeginn war um 19 h und zu diesem Zeitpunkt hatten auch fast alle Teilnehmer Platz genommen. Ein Mitarbeiter des Casinos begrüßte die siebzehn anwesenden Spieler und wies darauf hin, dass man sich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ins Spiel einkaufen könne, dass aber, sobald genug Spieler ausgeschieden und nur noch einer von zwei Tischen besetzt wären, noch ein weiterer Tisch für das abendliche Cash-Game eröffnet würde. Schnell wurde noch erläutert, wie der Spielverlauf aussieht und in welchen Abständen die Blinds steigen würden, dann ging es auch schon los. Die ersten Einsätze wurden gebracht, die ersten Karten gegeben. Am Tisch war es still. Jeder prüfte möglichst nicht vom Nebensitzer einsehbar das eigene Blatt, beäugte die in der Mitte liegenden Karten und wog seine Chancen ab. Ich passte, da ich nur ein paar niedrige Karten in unterschiedlichen Farben erhielt, die mir den Einsatz nicht wert schienen, und sei er noch so gering. Ich hatte mir vorgenommen, besonnen und „vernünftig“ zu spielen, sofern man davon beim Glücksspiel um Geld überhaupt sprechen kann. Statt mich früh und mit niedriger Hand ins Spiel zu wagen, wollte ich zunächst beobachten, wie sich die anderen Spieler verhielten. Aus einem früheren Pokerturnier in der Spielbank Leuna-Günthersdorf wusste ich, was für unterschiedliche Charaktere meine Gegenspieler haben können. Manche lauernd wie Raubtiere, auf den richtigen Moment wartend, dir die letzten Chips abzunehmen, andere wagemutig und stets bemüht, von Anfang an mit hohen Einsätzen und ständigen Raises den Tisch zu dominieren. Womit hatte ich es zu tun?

Neben mir saß ein junger bärtiger Kerl, gut gelaunt, auf der anderen Seite sein Kumpel, mit dem er sich hin und wieder leise austauschte. Zu meiner Linken ein Stapel Chips und ein leerer Platz. Was es damit auf sich hatte, stellte sich heraus, als die Blinds bereits einmal um den Tisch gewandert waren. Trotz der Ankündigung, man könne sich nicht mehr ins Spiel einkaufen, wurde ein Spieler trotz massiver Verspätung noch an den Tisch gelassen — da er sich bereits online eingekauft hatte. Hier wurde mir klar, weshalb dies tatsächlich einen Vorteil darstellen kann. Gerade dann, wenn man heiß auf ein Turnier ist, aber befürchtet, nicht rechtzeitig vor Ort sein zu können, sichert dies die Teilnahme. Auch an meinem Tisch saß der Rentner, der mir zuvor bereits aufgefallen war. Er machte den Eindruck, mit der Sache etwas überfordert zu sein, da er sich mehrfach von seinem Nebenmann erklären lassen musste, welche Einsätze er bringen muss. „Nicht der Gelbe, zwei von den Grünen musst du reinlegen, um mitzugehen“, wurde er eifrig angeleitet. „Betreutes Pokern“, murmelte der bärtige junge Mann neben mir sarkastisch, was mich zum Schmunzeln brachte.

Während dieser ersten Wanderung der Blinds hielt ich mich weitestgehend zurück, da ich gefühlt nur Schrott auf die Hand bekam. Zweimal ging ich den Blind mit und sah mir die ersten drei Karten an, um zu erkennen, dass ich rein gar nichts Brauchbares hatte. Zu bluffen, nein, kam mir nicht in den Sinn, da ich davon ausgehen konnte, dass irgendjemand mitgehen würde, der mehr als Nichts auf der Hand hatte. Unterdessen verlor der bärtige junge Mann mit dem lockeren Mundwerk ein spannendes Duell gegen den rüstigen Rentner, dem das Glück hold zu sein schien. Schnell wurde er zum Chipführer am Tisch. Auch mir sollte kurz darauf die Lektion erteilt werden, dass ich gegen die Weisheit des Alters nicht ankommen konnte. Nach geduldigen Runden und bereits gestiegenen Blinds bekam ich endlich ein Blatt, das ich spielen wollte. Mit zwei Assen auf dem Tisch und einem auf der Hand schien mir das Mitgehen nicht chancenlos, als der alte Mann den von mir gebrachten Einsatz noch weiter erhöhte. Andere Spieler zogen sich gespannt zurück und ihre Blicke wanderten erwartungsvoll zu der bisher so zurückhaltenden und einzigen Frau im Turnier, als die Karten auf den Tisch gelegt wurden. Nun, was soll ich sagen — ich verlor, denn mein Gegenspieler hatte ebenfalls ein Ass auf der Hand und leider den höheren Kicker. Chapeau!

Ich verarbeitete diese Schlappe, indem ich erstmal zwei Hände aussetzte und mir einen weiteren Lillet Berry bestellte, den mir der nun geübte Neuling hinter der Bar in Windeseile zauberte und an den Platz brachte. Noch sah mein Chip-Stapel nicht schlecht aus, befand ich, lediglich die kleineren Werte waren geschrumpft. Bei ein paar der anderen Spieler hatte sich bereits mehr bewegt, sei es zum Guten oder zum Schlechten. Noch immer war ich guter Dinge. Ab und an beteiligte ich mich am Spiel, ging die Blinds mit und schaute mir an, was das Blatt hergab, was leider gleichbleibend wenig war. Mit zwei Pik auf der Hand und zwei weiteren, die schon auf dem Tisch lagen, erschien es mir dennoch irgendwann aussichtsreich, mitzugehen und nicht zu passen, als nach dem Aufdecken der ersten Karten die Einsätze gebracht wurden. Zusammen mit einem weiteren Spieler und dem Bärtigen neben mir wartete ich, was nun aufgedeckt würde. Leider kein Pik. Der junge Mann neben mir erhöhte abermals. Ich glaubte fest an mein Glück und wünschte mir so sehr den Flush, dass ich mitging. Hätte ich mir doch in den eigenen Hintern gebissen, wenn ich gepasst und dann festgestellt hätte, dass mitzugehen die klügere Wahl gewesen wäre. Eine grobe Fehleinschätzung meinerseits, dann natürlich kam kein weiteres Pik. Stattdessen glich mein wagemutiger Einsatz die Verluste des Bärtigen aus, die er wegen des Rentners erlitten hatte. In den nachfolgenden Runden beobachtete ich, wie die erste Knock-Out-Karte den Besitzer wechselte — auch ihr vormaliger Inhaber hatte der Altersweisheit nichts entgegenzusetzen. Inzwischen argwöhnte ich, dass es sich bei der offenkundig zur Schau getragenen Schusseligkeit und Planlosigkeit des Seniors vielleicht um eine gewiefte Masche handeln könnte.

Nun wurde eine Spielpause eingelegt, in der es im Preis inbegriffen eine Verpflegung für die Spieler gab. Gereicht wurden warme Frankfurter Würstchen mit Brötchen, Senf und Ketchup. Nicht gerade ein kulinarisches Highlight — stattdessen würde ich das angrenzende aber nicht zum Casino gehörende American Diner empfehlen, in dem man leckere Burger oder Spare-Ribs und Ähnliches bekommt. Dennoch fand ich die Würstchen besser, als die in Leuna-Güthersdorf zwischen den Spielen gereichten Frikadellen.

Nach der Spielpause hielt ich leider nicht mehr lange durch. Abermals waren die Blinds gestiegen und allein das Mitgehen ließ meine noch verbliebenen Einsatzmöglichkeiten schnell schrumpfen. Also setzte ich, als ich zwei Paare hatte, alles auf dieses eine Blatt und verlor haushoch.

Fazit:

In diesem Turnier war mir nicht ein Mal gelungen, einen Pot für mich abzuräumen. Dennoch ging ich nicht unglücklich von dannen und sagte mir, man muss auch verlieren können.