Die Auszahlung bleibt aus, und kurz darauf füllt sich das Postfach mit Werbung von Casinos, bei denen man sich nie angemeldet hat: So sieht es aus, wenn ein Spieler beim falschen Anbieter gelandet ist. Der niederländische Jurist Steven Vrolijk prüft Casino-Vergleichsseiten in über 20 Ländern auf ihre Rechtstreue und nennt illegale Anbieter in seinen Berichten beim Namen. Im Interview erklärt er, an welcher Stelle einer Casino-Seite der erste Blick hingehört, warum Sperrsysteme wie OASIS nur im legalen Markt funktionieren, was eine Malta-Lizenz für deutsche Spieler wert ist und weshalb er Casino-Tipps von ChatGPT nicht blind vertraut.
Das Interview wurde schriftlich auf Englisch geführt. Die Redaktion hat die Antworten ins Deutsche übersetzt und sprachlich geglättet.
Am Anfang stand ein Nebenjob. Steven Vrolijk studierte Rechtswissenschaften in den Niederlanden und verdiente nebenbei Geld mit dem Schreiben von Texten. Einer der Aufträge kam von einer Glücksspiel-Vergleichsseite, in der Branche Affiliate genannt. Aus dem Auftrag wurde ein Interesse, aus dem Interesse ein Beruf.

Heute steht Vrolijk auf der anderen Seite des Tisches. Mit XY Legal Solutions in Utrecht berät er Unternehmen im Glücksspielrecht. Er gründete das Gütesiegel KVA, das Vergleichsseiten auf das niederländische Glücksspielrecht prüft.
Später folgte das internationale Pendant QMRA. Es pflegt heute Prüfkataloge für mehr als 20 Märkte, darunter Deutschland. Ein Auditor mit juristischer Ausbildung prüft dabei jede Seite von Hand.
Das hat Vrolijk in eine Position gebracht, die in der Branche selten ist: Er sieht, wie legale Anbieter arbeiten, und er kennt die Muster der illegalen. Und er tut etwas, das sich kaum jemand traut: Er nennt illegale Anbieter in seinen Berichten beim Namen.
Für deutsche Spieler ist das keine Randnotiz. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) beziffert den Anteil unerlaubter Angebote in einer Studie vom März 2026 auf rund 23 Prozent des Online-Markts, der Deutsche Online Casinoverband hält den Schwarzmarkt für deutlich größer.
Wir haben mit Vrolijk darüber gesprochen, wie man als Spieler ohne Jurastudium den Unterschied erkennt, was das niederländische Modell anders macht und wo er Deutschland auf dieser Landkarte sieht.
Legal oder illegal: der Markt in Zahlen
- 20 Länder und mehr: Für so viele Märkte pflegt Vrolijks Gütesiegel QMRA eigene Prüfkataloge, Deutschland eingeschlossen
- 95 Prozent des niederländischen Affiliate-Markts sind nach Vrolijks Angaben an das KVA-Gütesiegel angeschlossen
- 23 Prozent des deutschen Online-Glücksspiels laufen laut GGL-Studie vom März 2026 über unerlaubte Anbieter, der Deutsche Online Casinoverband sieht den Anteil näher an 50 Prozent
- Mai 2026 Seit diesem Monat müssen Internetanbieter in Deutschland illegale Glücksspielseiten per DNS-Sperre blockieren
- 1.000 Euro beträgt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit pro Monat im legalen deutschen Markt, auf Antrag erhöhbar
- Juni 2025 Seit diesem Monat läuft das EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta wegen der umstrittenen Bill 55
Das komplette Interview folgt in acht Kapiteln, rund zehn Minuten Lesezeit. Über die Inhaltsübersicht springen Sie direkt zum Kapitel, das Sie interessiert.
Das Gespräch mit Steven Vrolijk in voller Länge
Acht Kapitel, vom ersten Blick auf eine Casino-Seite bis zur letzten Frage. Los geht es dort, wo es für Spieler am meisten zählt: beim Footer.
Inhaltsübersicht: direkt zum Kapitel springen
- Der Spieler-Check: der erste Blick geht in den Footer
- Die Schutznetze: warum OASIS nur im legalen Markt greift
- Die Vertrauensfrage: Malta-Lizenz, Google und ChatGPT
- Der Schwarzmarkt: Geldströme, Netzsperren und das Schweigen der Branche
- Blick über die Grenze: was die Niederlande anders machen
- Der Prüfer: vom Studenten-Nebenjob zum Gütesiegel
- Die Fragen, die sonst keiner stellt
- Letzte Frage
Der Spieler-Check: der erste Blick geht in den Footer
Stellen wir uns einen Spieler ohne juristischen Hintergrund vor. Woran erkennt er konkret, dass ein Online Casino für sein Land legal und lizenziert ist?
Vrolijk: Ich persönlich schaue als Erstes in den Footer der Webseite. Ein vertrauenswürdiger Anbieter sollte klar angeben, welches Unternehmen das Casino betreibt, wo es seinen Sitz hat und unter welcher Lizenz es arbeitet.
Und welche Warnsignale sollten ihn den Tab sofort schließen lassen?
Vrolijk: Wenn diese Informationen fehlen, vage sind oder bewusst versteckt werden, ist das ein großes Warnsignal. Selbst wenn eine Webseite behauptet, eine Lizenz aus einem anderen Land zu haben, etwa aus Anjouan, sollten Spieler sofort an der Seriosität zweifeln, sobald klare Firmenangaben fehlen.
Transparenz ist einer der wichtigsten Hinweise darauf, ob man einem Anbieter vertrauen kann. Wenn Sie nicht leicht herausfinden können, wer hinter der Webseite steht, sollten Sie zweimal überlegen, bevor Sie Geld einzahlen.
Abgesehen von der Rechtslage: Was riskiert ein Spieler auf einer illegalen Seite tatsächlich?
Vrolijk: Das offensichtlichste Risiko: Spieler bekommen ihre Gewinne schlicht nicht. Weil diese Anbieter nicht von der Aufsicht vor Ort kontrolliert werden, gibt es in der Praxis kaum eine Möglichkeit, sich zu wehren, wenn eine Auszahlung verweigert wird.
Es bleibt also nicht beim Geld?
Vrolijk: Ein weiteres erhebliches Risiko betrifft die persönlichen Daten. Wir sehen regelmäßig, dass Spieler nach der Anmeldung bei einer illegalen Glücksspielseite aggressive Werbung von zahlreichen anderen Glücksspielmarken bekommen. Bei denen haben sie sich nie angemeldet. Das deutet stark darauf hin, dass persönliche Daten zwischen illegalen Anbietern weitergegeben oder verkauft werden.
Spieler riskieren also nicht nur, Geld zu verlieren, sondern auch die Kontrolle über ihre persönlichen Daten.
Die Schutznetze: warum OASIS nur im legalen Markt greift
In den Niederlanden gibt es CRUKS, das zentrale Register für Selbstsperren. Deutschland hat mit OASIS ein Gegenstück. Warum funktioniert ein solches Sicherheitsnetz nur innerhalb des legalen Markts?
Vrolijk: Eines der größten Probleme ist, dass illegale Anbieter aktiv damit werben, „Casinos ohne CRUKS“ oder „Casinos ohne OASIS“ zu sein. Sie richten sich gezielt an Verbraucher, die sich selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen haben, aber nach Wegen suchen, weiterzuspielen.
Weil diese Anbieter vollständig außerhalb des regulierten Systems arbeiten, ignorieren sie die nationalen Sperrregister einfach. Der Schutz durch CRUKS oder OASIS wirkt deshalb nur, solange Spieler im legalen Markt bleiben.
Die deutsche Aufsichtsbehörde GGL veröffentlicht eine öffentliche Whitelist aller lizenzierten Anbieter. Wie nützlich ist so eine Liste als erster Sicherheitscheck für Spieler?
Vrolijk: Eine öffentliche Whitelist ist für Verbraucher sicherlich ein wertvoller Ausgangspunkt. Die Niederlande haben mit dem Kansspelwijzer etwas Ähnliches, allerdings könnte er meiner Meinung nach deutlich nutzerfreundlicher sein.
Was fehlt solchen Listen?
Vrolijk: Wenn Aufsichtsbehörden eine Whitelist veröffentlichen, sollte sie für Verbraucher leicht verständlich sein. Anbieterlogos, klare Firmennamen und eine einfache Suchfunktion würden es Spielern viel leichter machen, schnell zu prüfen, ob ein Anbieter lizenziert ist.
Je leichter man es Verbrauchern macht, legale Anbieter zu erkennen, desto schwerer wird es für illegale Anbieter, sie in die Irre zu führen.
Die Vertrauensfrage: Malta-Lizenz, Google und ChatGPT
Viele Spieler gehen davon aus, dass jede EU-Lizenz sicher ist. Maltas Bill 55 soll dort lizenzierte Anbieter aber gegen Urteile aus anderen Ländern abschirmen, die EU hat deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet. Was bedeutet das für einen deutschen Spieler, der sein Geld von einer Malta-Seite zurückholen will?
Vrolijk: Mein allgemeiner Rat an Spieler ist einfach: Wählen Sie, wenn möglich, immer einen Anbieter, der in Ihrem eigenen Land lizenziert ist.
Und wenn es doch ein Anbieter mit Malta-Lizenz ist?
Vrolijk: Auch wenn die rechtliche Durchsetzung dort komplizierter ist: Anbieter mit MGA-Lizenz reagieren oft besser auf Beschwerden und haben bei einem Imageschaden in der Regel mehr zu verlieren.
Das ist aber keine Garantie. Wie gut ein Spieler geschützt ist, unterscheidet sich am Ende von Anbieter zu Anbieter. Auch deshalb bleibt eine Lizenz aus dem eigenen Land für Verbraucher die sicherste Option.
Viele fragen inzwischen ChatGPT nach dem besten Casino. Kann ein Spieler einer Empfehlung von Google oder ChatGPT vertrauen?
Vrolijk: KI-Werkzeuge wie ChatGPT werden schnell besser, aber ich würde nicht empfehlen, sich bei der Wahl eines Online Casinos allein auf sie zu verlassen.
Ich halte es weiterhin für besser, selbst über Google zu recherchieren und mehrere seriöse Vergleichsseiten aus dem Land heranzuziehen, in dem Sie spielen möchten. So können Sie die Originalquellen prüfen und verschiedene Meinungen gegenüberstellen.
Wo liegt das Problem bei den KI-Antworten?
Vrolijk: KI-Systeme können legale und illegale Anbieter immer noch vermischen oder sich auf Informationen stützen, die veraltet oder unvollständig sind. Als Ausgangspunkt sind sie nützlich, aber Spieler sollten immer prüfen, ob ein Anbieter tatsächlich in ihrem eigenen Land lizenziert ist, bevor sie Geld einzahlen.
Der Schwarzmarkt: Geldströme, Netzsperren und das Schweigen der Branche
Eine ZDF-frontal-Recherche vom Januar 2026 hat gezeigt, wie Spiele lizenzierter deutscher Hersteller über Aggregatoren auf illegalen Seiten landen und das Geld über so viele Zwischenhändler fließt, dass es kaum nachzuverfolgen ist. Wo lässt sich diese Kette wirklich unterbrechen?
Vrolijk: Aus meiner Sicht bleibt die Geldseite der Kette die wirksamste Stelle, um den illegalen Markt zu stören. Wenn illegale Anbieter Einzahlungen und Auszahlungen nicht über verlässliche Zahlungsdienstleister abwickeln können, lässt sich ihr Geschäftsmodell deutlich schwerer aufrechterhalten.
Deshalb glaube ich, dass sich die Durchsetzung nicht nur auf die Anbieter selbst konzentrieren sollte, sondern auch auf die finanzielle Infrastruktur, die den illegalen Markt am Laufen hält.
Warum beantragen Anbieter, die das Gesetz ohnehin ignorieren, überhaupt irgendeine Lizenz?
Vrolijk: Anbieter, die Märkte weiterhin illegal bedienen, holen sich oft trotzdem Lizenzen in anderen Ländern, weil viele Software-Anbieter, Zahlungsdienstleister und Geschäftspartner irgendeine anerkannte Lizenz verlangen, bevor sie mit ihnen zusammenarbeiten.
Auch wenn diese Lizenz sie nicht berechtigt, in Deutschland oder den Niederlanden tätig zu sein, verschafft sie ihnen ein Stück Legitimität und den Zugang zu Dienstleistungen, ohne die ihr Geschäft nicht läuft.
Deutschland verpflichtet Internetanbieter seit Mai 2026, den Zugang zu illegalen Glücksspielseiten auf Netzebene zu sperren. Bringen solche Sperren Spieler zurück in den legalen Markt?
Vrolijk: Ich finde das eine schwierige Frage, weil ich glaube, dass beide Seiten stichhaltige Argumente haben.
Den Zugang zu illegalen Glücksspielseiten zu beschränken, ist grundsätzlich ein positiver Schritt. Je schwerer man es Verbrauchern macht, illegale Anbieter zu erreichen, desto besser.
Aber?
Vrolijk: Gleichzeitig verfügt der illegale Markt über erhebliche finanzielle Mittel und ist sehr anpassungsfähig. Wird eine Webseite gesperrt, taucht schnell eine andere auf. Verschwindet ein Weg, finden sie oft einen anderen, um Spieler zu erreichen.
Sie veröffentlichen Berichte, in denen illegale Glücksspielseiten beim Namen genannt werden. Warum sind so wenige in der Branche bereit, das zu tun?
Vrolijk: Leider haben wir es immer noch mit einem Teil der Branche zu tun, in dem einigen Betreibern Ethik und Verbraucherschutz sehr wenig bedeuten. Das sind oft Unternehmen, die bewusst außerhalb regulierter Märkte agieren und Risiken eingehen, die seriöse Unternehmen niemals akzeptieren würden.
Das ist einer der Gründe, warum relativ wenige Menschen in der Branche bereit sind, diese Anbieter öffentlich zu benennen. Manche fürchten rechtliche Drohungen, andere scheuen einfach den Streit mit Organisationen, die sich um Regeln und ihren Ruf wenig kümmern.
Blick über die Grenze: was die Niederlande anders machen
Als die Niederlande ihren Online-Markt regulierten, galten Vergleichsseiten vielen als unseriös. Heute ist Ihr Gütesiegel für die Behörden ein Gesprächspartner. Wie kam es zu diesem Wandel?
Vrolijk: Ich denke, der größte Unterschied ist, dass in den Niederlanden die große Mehrheit der Glücksspiel-Affiliates unserem Gütesiegel beigetreten ist. Heute sind rund 95 Prozent des niederländischen Affiliate-Markts an das KVA angeschlossen. Dadurch konnten wir mit einer professionellen Stimme für die Vergleichsseiten sprechen.
Vertrauen bei den Aufsichtsbehörden aufzubauen, ging nicht über Nacht. Wir haben über Jahre gezeigt, dass verantwortungsvolle Affiliates zu einem sichereren Glücksspielmarkt beitragen können. Wir waren für Regierung und Behörden durchgehend ein verlässlicher Gesprächspartner. Und, ganz wichtig: Bei unseren zertifizierten Mitgliedern gab es keine größeren Regelverstöße.
Was kann Deutschland, das Vergleichsseiten weiterhin eher misstraut, daraus lernen?
Vrolijk: Die wichtigste Lehre für Deutschland ist, dass Vertrauen verdient werden muss. Mit einem professionellen, organisierten Affiliate-Sektor, der sich prüfen lässt und Verantwortung übernimmt, können Aufsichtsbehörden viel leichter zusammenarbeiten als mit Hunderten einzelner Affiliates, die unabhängig voneinander agieren.
Über QMRA beobachten Sie mehr als 20 Märkte. Wie schlagen sich die Niederlande im Moment?
Vrolijk: In den Niederlanden halte ich die jüngsten Entwicklungen für weniger gelungen. Zunehmende Beschränkungen, vor allem bei den Einzahlungslimits, drohen den legalen Markt unattraktiver zu machen, während der illegale Markt weiterhin leicht erreichbar bleibt.
Und Deutschland?
Vrolijk: Deutschland steht meiner Meinung nach derzeit vor ähnlichen Herausforderungen und ist möglicherweise sogar in einer schwierigeren Lage als die Niederlande. Entscheidend ist die richtige Balance zwischen Verbraucherschutz und einem attraktiven regulierten Markt.
Der Prüfer: vom Studenten-Nebenjob zum Gütesiegel
Sie haben als Jurastudent Texte für Casino-Vergleichsseiten geschrieben, bevor Sie XY Legal Solutions gegründet haben. Wie sind Sie in der Glücksspielbranche gelandet?
Vrolijk: Eigentlich eher durch Zufall. Als Jurastudent bin ich auf eine Online-Plattform gestoßen, über die Unternehmen Schreibaufträge vergeben. Einer dieser Aufträge war für eine iGaming-Affiliate-Webseite.
Je mehr ich über die Branche recherchiert habe, desto mehr hat sie mich interessiert.
Die meisten Menschen stellen sich Compliance als Stempel auf einer Webseite vor. Wie sieht ein echtes KVA- oder QMRA-Audit aus?
Vrolijk: Ein echtes KVA- oder QMRA-Audit hat wenig damit zu tun, eine Webseite durch einen automatischen Scanner laufen zu lassen. Jedes Audit wird von einem ausgebildeten Compliance-Juristen durchgeführt. Wir verlassen uns nicht allein auf Crawler oder automatisierte Software. Ein erfahrener Prüfer geht die Webseite von Hand durch und legt dabei die Gesetze des jeweiligen Landes an.
Der Prüfkatalog baut komplett auf den Gesetzen auf, die in dem Land für Glücksspiel-Vergleichsseiten gelten. Während des Audits erhält der Affiliate einen ausführlichen Bericht, der alle Punkte benennt, die geändert werden müssen.
Und wenn der Bericht Mängel auflistet?
Vrolijk: Wichtig ist: Der Prozess ist kooperativ, nicht strafend. Die Affiliates bekommen die Möglichkeit, die empfohlenen Änderungen umzusetzen, bevor das Audit abgeschlossen wird. Erst wenn alle Anforderungen erfüllt sind, erhält die Webseite die Zertifizierung.
Dieser Ansatz verbessert nicht nur die Compliance, sondern hilft den Affiliates auch, die rechtlichen Anforderungen der Märkte besser zu verstehen, in denen sie tätig sind.
Die Fragen, die sonst keiner stellt
Welches Land macht es aus Ihrer Sicht am besten?
Vrolijk: Ich glaube, Länder wie Schweden und Dänemark waren insgesamt erfolgreicher darin, einen tragfähigen regulierten Markt zu schaffen. Sie haben sich nicht allein auf strenge Werbeverbote verlassen, sondern Regulierung mit realistischen Regeln kombiniert, die Spieler dazu bewegen, im legalen Markt zu bleiben.
Malta-Lizenz oder Costa-Rica-Lizenz: macht das für Spieler einen Unterschied?
Vrolijk: Ich glaube, dass es zwischen den Lizenzländern weiterhin einen bedeutenden Unterschied gibt. Anbieter mit einer Lizenz der Malta Gaming Authority haben in der Regel einen besseren Ruf als Anbieter aus Ländern mit weit weniger Aufsicht, etwa Costa Rica.
Netzsperren: Lösung oder Symbolpolitik?
Vrolijk: Netzsperren können Teil der Lösung sein, aber ich glaube nicht, dass sie den Schwarzmarkt allein beseitigen werden.
Letzte Frage
Sie prüfen seit Jahren Seiten einer Branche, die nicht den besten Ruf hat. Was fasziniert Sie bis heute daran?
Vrolijk: Dass sich der Glücksspielsektor ständig weiterentwickelt. Die Regulierung ändert sich, neue Technologien kommen auf, und der Markt entwickelt sich in bemerkenswertem Tempo.
Aus juristischer Sicht ist das besonders spannend, weil es eine so dynamische Branche ist. Schnelles Wachstum bringt zwangsläufig komplexe rechtliche und regulatorische Herausforderungen mit sich. Die richtige Balance zwischen Verbraucherschutz, einem tragfähigen regulierten Markt und wirksamer Durchsetzung zu finden, bleibt eine faszinierende Aufgabe.
Steven Vrolijk arbeitet in Utrecht. Auf Casino-Seiten geht sein erster Blick bis heute in den Footer.
Insider Talk ist die Interview-Reihe im Magazin von spielbank.com.de: Menschen, die die Welt der Spielbanken und des Glücksspiels von innen kennen, erzählen, wie es dort wirklich zugeht. Folge 1: Ein Casino-Dealer packt aus.
Mehr zum Thema: unser Ratgeber Illegale Online Casinos erkennen, der Vergleich der Casino-Lizenzen von Deutschland bis Malta und unser Überblick über die Spielbanken in den Niederlanden.