Wer nicht mehr spielen möchte, kann sein Konto bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis jederzeit schließen. Der Glücksspielstaatsvertrag regelt dafür zwei Dinge sehr genau: Die Schließung darf nicht umständlicher sein als die Anmeldung, und das Restguthaben muss spätestens nach fünf Werktagen überwiesen sein. Gebühren darf der Anbieter dafür nicht verlangen.
Schließung, Pause oder Sperre: drei verschiedene Dinge
Viele Spieler suchen nach der Kontoschließung und meinen eigentlich eine Sperre. Der Unterschied ist erheblich, denn die drei Wege reichen unterschiedlich weit und dauern unterschiedlich lange. Eine Kontoschließung beendet nur das Verhältnis zu einem Anbieter. Bei allen anderen Anbietern bleibt eine Anmeldung weiterhin möglich.
Die Schließung passt, wenn jemand den Anbieter wechselt, ein ungenutztes Konto aufräumen will oder mit dem Service unzufrieden ist. Als Schutz vor dem eigenen Spielverhalten taugt sie nicht, weil der Weg zum nächsten Anbieter offen bleibt. Dafür sieht der Staatsvertrag zwei andere Werkzeuge vor.
- Kontoschließung: Sie gilt für einen einzelnen Anbieter und ist auf Dauer angelegt. Das Guthaben wird ausgezahlt.
- Kurzzeitsperre: Jeder Anbieter muss eine gut sichtbare Schaltfläche für eine sofortige Sperre anzeigen. Sie endet nach 24 Stunden von selbst, Konto und Guthaben bleiben bestehen.
- Selbstsperre über OASIS: Sie gilt bei allen angeschlossenen Anbietern gleichzeitig. Die Mindestdauer beträgt ein Jahr, auf Antrag sind auch drei Monate möglich.
Wer das Spielen insgesamt unterbrechen will, ist mit der Schließung eines einzelnen Kontos deshalb nicht am Ziel. Wie die anbieterübergreifende Sperre beantragt wird und wie sie wieder endet, erklärt unser Ratgeber zur Spielersperre OASIS.
Vor der Schließung: Guthaben, Verifizierung und offene Boni
Drei Punkte sollten vor dem Antrag geklärt sein. Der erste ist das Guthaben. Es geht bei der Schließung nicht verloren, der Anbieter muss es überweisen. Trotzdem ist es einfacher, den Betrag vorher über den gewohnten Auszahlungsweg anzufordern, weil dieser Weg bereits geprüft ist.
Der zweite Punkt ist die Verifizierung. Solange die Identität nicht bestätigt ist, lässt der Staatsvertrag keine Auszahlung zu. Ein Konto mit Guthaben und offener Verifizierung lässt sich deshalb erst sauber abschließen, wenn die Unterlagen eingereicht und geprüft sind. Den Ablauf beschreibt unser Beitrag zur Verifizierung des Spielkontos.
Der dritte Punkt betrifft aktive Bonusangebote. Ob Bonusguthaben mit offenen Umsatzbedingungen bei der Schließung verfällt, regeln die Bonusbedingungen des jeweiligen Anbieters. Ein Blick dorthin lohnt sich vor dem Antrag.
Schritt für Schritt zur Kontoschließung
Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Anbieter. Manche bieten die Schließung direkt im Kontobereich an, andere wickeln sie über den Kundenservice ab. Der Ablauf folgt aber überall demselben Muster.
- Guthaben prüfen: Kontostand, laufende Auszahlungen und aktive Boni im Kontobereich ansehen.
- Auszahlung anfordern: Das Guthaben nach Möglichkeit schon vor dem Antrag auf dem üblichen Weg auszahlen lassen.
- Schließung beantragen: Die Funktion im Kontobereich nutzen oder den Kundenservice schriftlich um die Schließung bitten.
- Bankverbindung angeben: Für ein Restguthaben eine Kontoverbindung auf den eigenen Namen nennen.
- Bestätigung aufbewahren: Die Bestätigung des Anbieters mit Datum sichern, denn ab der Schließung läuft die Frist für die Überweisung.
Die Kontoverbindung für das Restguthaben muss dem Spieler selbst gehören. Zahlungen von einem Spielkonto dürfen nach dem Staatsvertrag nur auf ein Zahlungskonto fließen, das auf den Namen des Spielers eingerichtet ist. Eine Überweisung an den Partner oder ein Familienmitglied scheidet damit aus.
Ein Sonderfall ist das gesperrte Konto. Hat der Anbieter ein Konto wegen eines Verdachts gesperrt, etwa auf Geldwäsche oder auf einen Verstoß gegen die Kontobedingungen, kann der Spieler es während der Sperre nicht schließen. Der Anbieter muss in diesem Fall innerhalb einer angemessenen Frist entscheiden und die Gründe mitteilen, soweit keine gesetzlichen Vorgaben dagegensprechen.
Was der Glücksspielstaatsvertrag vorschreibt
Die Regeln stehen in zwei Paragrafen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. § 6a verpflichtet Anbieter, die Schließung jederzeit zu ermöglichen. Der Aufwand darf dabei nicht höher sein als bei der Einrichtung des Kontos. Wer sich online in wenigen Minuten registrieren konnte, muss für die Schließung deshalb keinen Brief per Post schicken.
§ 6b regelt das Geld. Das Guthaben ist unverzüglich auf das Konto des Spielers zu überweisen. Für die Schließung und für die Auszahlung dürfen keine Gebühren anfallen.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder fasst diese Pflichten in ihrer Übersicht zu den Spielerschutzmaßnahmen des Staatsvertrags zusammen. Hält sich ein Anbieter nicht an die Frist, hilft zunächst eine schriftliche Erinnerung mit Verweis auf den Paragrafen. Welche Stellen danach zuständig sind, zeigt unser Ratgeber zu Beschwerden über Online Casinos.
Was nach der Schließung gespeichert bleibt
Mit der Schließung verschwinden die Daten nicht sofort. Glücksspielanbieter unterliegen dem Geldwäschegesetz und müssen Unterlagen zur Identität und zu den Zahlungen fünf Jahre lang aufbewahren. Die Frist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Geschäftsbeziehung endet. Ein Löschantrag nach der Datenschutz-Grundverordnung greift für diese Unterlagen erst danach.
Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro im Monat bleibt von der Schließung unberührt. Es wird zentral geführt und gilt für alle Anbieter zusammen, unabhängig davon, wie viele Spielkonten jemand hat. Wie diese Zählung funktioniert, steht in unserem Beitrag zu LUGAS und seinen Limits.
Die Kontoschließung ist ein Recht und keine Kulanz
Wer sein Spielkonto schließen will, braucht dafür keine Begründung. Der Anbieter muss den Weg offenhalten, das Guthaben fristgerecht überweisen und darf nichts dafür berechnen. Die Schließung beendet allerdings nur das Verhältnis zu diesem einen Anbieter, für eine Pause über alle Anbieter hinweg ist die Selbstsperre das passende Mittel. Diese Vorgaben gelten nur für Anbieter mit deutscher Erlaubnis, wie sie unsere Liste der legalen Online Casinos in Deutschland führt.