Betreiber von Online Casinos müssen alles unternehmen, um Geldwäsche zu verhindern. In Deutschland geben dafür das Geldwäschegesetz (GwG) und die Auflagen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) den Rahmen vor. Ob diese Vorschriften eingehalten werden, überprüfen die zuständigen Aufsichtsbehörden in regelmäßigen Abständen. Wir stellen vor, wie der Schutz vor Geldwäsche im Online Casino funktioniert und woran Spieler seriöse Anbieter erkennen.
Warum wird gegen Geldwäsche vorgegangen?
Geldwäsche ist selbstverständlich strafbar. Das liegt an mehreren Gründen. Auf der einen Seite führt Geldwäsche automatisch zur Steuerhinterziehung, indem ein offizieller Gewinn verschleiert und zum Beispiel über einen Casinogewinn ausgewiesen wird. Nachdem Glücksspielgewinne in der Regel von der Steuer befreit sind, sparen sich die Täter auf diese Weise die Steuer auf private oder gewerbliche Einnahmen. Um dem entgegenzuwirken, müssen die Betreiber auffällige oder besonders hohe Gewinne aus Glücksspiel melden.
Hinzu kommt, dass häufig Geld aus kriminellen Tätigkeiten über ein Casino gewaschen werden soll. Wird dies erfolgreich verhindert, lassen sich auch die kriminellen Aktivitäten dahinter eindämmen. Deshalb stuft das Geldwäschegesetz Glücksspielanbieter als sogenannte Verpflichtete ein: Sie müssen, ähnlich wie Banken, aktiv Vorkehrungen gegen Geldwäsche treffen. Verstöße können Bußgelder nach sich ziehen und schlimmstenfalls die Lizenz kosten.
Diese Regeln gelten in deutschen Online Casinos
Wer eine Erlaubnis der GGL erhalten will, muss die Anforderungen des Geldwäschegesetzes nachweislich erfüllen. Betreiber von legalen Online Casinos sind dabei zu mehreren Maßnahmen verpflichtet:
- Identitätsprüfung vor Spielstart: Jeder Spieler muss sich bereits bei der Registrierung verifizieren, bevor die erste Einzahlung möglich ist. Anonymes Spielen ist ausgeschlossen.
- Lückenlose Aufzeichnung: Alle Transaktionen werden dokumentiert und müssen den Behörden auf Verlangen vorgelegt werden.
- Verdachtsmeldungen: Auffällige Transaktionen müssen an die FIU gemeldet werden, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen beim Zoll.
- Internes Risikomanagement: Größere Anbieter benötigen einen Geldwäschebeauftragten und ein funktionierendes Kontrollsystem.
Dazu kommt ein struktureller Schutz, den es so nur im deutschen Markt gibt: Über das Aufsichtssystem LUGAS gilt ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Wer Geld waschen will, braucht hohe Summen in kurzer Zeit. Genau das ist in einem deutschen lizenzierten Online Casino technisch gar nicht möglich, was diese Anbieter für Geldwäsche weitgehend unattraktiv macht.
KYC: Identität und Mittelherkunft im Blick
Das Herzstück der Geldwäscheprävention ist der KYC-Prozess: „Know your customer”. Das Online Casino muss wissen, mit wem es Geschäfte macht. Bei höheren oder auffälligen Einzahlungen lassen sich die Anbieter zusätzlich die Quelle des Geldes nachweisen. Ergibt die Überprüfung Differenzen zwischen dem regulären Einkommen und der Einzahlungssumme, liegt ein Verdachtsfall vor, dem nachgegangen werden muss.
Für die Überprüfung der Identität muss der Spieler ein offizielles Dokument vorlegen: Führerschein, Personalausweis, Reisepass, bei der Mittelherkunft auch Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge. Der KYC-Prozess hat einen weiteren Vorteil: Dank der Identitätsprüfung haben Minderjährige keine Chance, ein eigenes Konto zu eröffnen.
Sichere Zahlungswege als Schutzmechanismus
Nachdem Geldwäsche nur in Echtgeld Casinos vorkommt, spielt die Zahlungsmethode eine sehr große Rolle. Um alle Zahlungen und vor allem Gewinnausschüttungen überprüfen zu können, darf ein Online Casino nur offizielle und sichere Zahlungsarten anbieten. Anonyme Einzahlungen sind generell verboten, da bei dieser Zahlungsvariante die Identität des dahinterstehenden Spielers nicht überprüft werden kann.
Besonders kritisch ist es, wenn ein Spieler über einen Weg einzahlt und den Gewinn über einen anderen auszahlen lassen will. Hinter solch einem Vorgehen kann Geldwäsche stecken. Das ist der Hauptgrund, weshalb seriöse Anbieter für die Einzahlung und die Auszahlung die gleiche Zahlungsmethode fordern, das sogenannte Closed-Loop-Prinzip.
Und international? Die Rolle der MGA
Auch außerhalb Deutschlands gelten Anti-Geldwäsche-Vorgaben. Hat ein Online Casino seinen Sitz auf Malta, überwacht die Malta Gaming Authority (MGA) die Einhaltung der europäischen Geldwäsche-Richtlinien. Voraussetzung für eine Malta Casino Lizenz sind unter anderem ein Eintrag im Handelsregister, eine nachvollziehbare Buchhaltung und ein eigener KYC-Prozess.
Wichtig für Spieler in Deutschland ist dabei die Einordnung: Eine MGA-Lizenz ist keine Erlaubnis für den deutschen Markt. Wer bei einem reinen Malta-Anbieter spielt, bewegt sich außerhalb der deutschen Aufsicht, und die hiesigen Schutzsysteme greifen dort nicht.
Fazit: Mehrstufiger Schutz im deutschen Markt
Geldwäsche im Online Casino wird in Deutschland durch ein mehrstufiges System verhindert: das Geldwäschegesetz mit Verdachtsmeldungen an die FIU, die Aufsicht durch die GGL, die LUGAS-Einzahlungslimits und den verpflichtenden KYC-Prozess. Viele Betreiber eines Online Casinos gehen darüber hinaus und setzen eigene interne Kontrollsysteme ein, die jede ungewöhnliche Einzahlung registrieren. Davon profitieren am Ende auch die Spieler: Ein Casino, das Geldwäsche konsequent verhindert, nimmt auch den Spielerschutz ernst.