Verstöße gegen den Glücksspielstaatsvertrag: Illegale Online-Casino-Werbung dominiert weiterhin

Auf einem Blatt Papier ist eine Grafik mit einer Verlaufskurve abgebildet; daneben Stifte, Lineal und andere Zeichenutensilien

Trotz des 2021 in Kraft getretenen Glücksspielstaatsvertrags zeigt eine aktuelle Studie, dass 76% der Affiliate-Werbung für Online-Casinos immer noch illegal ist. Die Bemühungen, den Online-Glücksspielmarkt zu regulieren, stehen vor erheblichen Herausforderungen.

Alarmierende Studienergebnisse

Ein renommiertes iGaming-Portal aus der DACH-Region führte kürzlich eine Studie zur Untersuchung deutscher Werbung für Online-Glücksspielangebote durch. Die Untersuchung ergab, dass trotz der Bemühungen, den Markt zu regulieren, immer noch viele unlautere Anbieter existieren, die Kunden mit irreführender Werbung auf zweifelhafte Seiten locken. Bereits in zwei vorherigen Studien wurde dem Glücksspielstaatsvertrag nur ein mäßiger Erfolg bescheinigt. Die aktuelle Studie sollte klären, ob seitdem Fortschritte erzielt wurden.

Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) aus dem Sommer 2021 zielte darauf ab, den unklaren Online-Glücksspielmarkt in Deutschland einheitlich zu regulieren. Das Hauptziel war es, illegalen Anbietern das Handwerk zu legen und das Online-Glücksspiel sicherer zu machen. Trotz dieser Bemühungen zeigt sich nun, dass dieses Ziel dem Anschein nach noch nicht vollständig erreicht ist.

Rechtslage beim Online-Glücksspiel

In § 5 Abs. 1 GlüStV steht geschrieben, dass Werbung für digitale Slots, digitales Poker sowie Sportwetten nur Glücksspielanbietern erlaubt, die eine gültige Genehmigung besitzen. Genehmigungen aus dem Ausland, wie z. B. aus Malta, sind nicht ausreichend. Die Whitelist der GGL führt alle Lizenznehmer auf. Ohne diese Genehmigung ist keine Werbung für Slot Casinos und Co. erlaubt.

Die Studie untersuchte 1.384 Affiliate-Links, die zu Online-Casinos führten. Es wurde festgestellt, dass 76 Prozent dieser Links illegale Werbung darstellten. Besonders alarmierend war, dass alle Webseiten mit geschalteter Suchwerbung ausschließlich auf illegale Casinos verlinkten. Obwohl die Anzahl der Websites mit aktiver illegaler Werbung seit Januar 2023 abgenommen hat, bleibt die überwiegende Mehrheit der Werbung für Online-Casinos rechtswidrig.

Weitere Untersuchungen bestätigen das jüngste Ergebnis

Die aktuelle Studie zeigt, dass die Bemühungen zur Regulierung des Online-Glücksspielmarktes in Deutschland langsam Früchte tragen. Es gibt jedoch immer noch erhebliche Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf illegale Werbung und die doch eher eingeschränkten Handlungsoptionen deutscher Behörden im Ausland. Eine weitere kürzlich durchgeführte Studie der Hessischen Landesmedienanstalt in Zusammenarbeit mit Goldmedia hatte dieses Problem ebenfalls ins Rampenlicht gerückt.

Die umfangreiche Untersuchung analysierte über 27 Millionen Werbekontakte und kam zu dem alarmierenden Ergebnis, dass beeindruckende 80 Prozent dieser Werbungen als illegal eingestuft wurden. Besonders besorgniserregend ist, dass Plattformen wie Streaming-Dienste und soziale Medien – insbesondere YouTube – einen hohen Anteil an solchen Anzeigen für Angebote von Live Blackjack und ähnlichen Spielen auf illegalen Plattformen aufweisen.

Dies zeigt, dass trotz der bestehenden Gesetze und Vorschriften ein erheblicher Handlungsbedarf besteht, um diese Art von Werbung effektiv zu bekämpfen. Es bleibt also abzuwarten, ob die Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrags ausreichen werden, um illegale Anbieter vollständig aus dem Markt zu drängen.

Avi Fichtner Inhaber von spielbank.com.de

Avi Fichtner hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Aus dem Interesse an Casino Spielen und Poker entstand ein Startup, das heute ein erfolgreiches Unternehmen im Glücksspiel-Bereich ist. Avi und sein Team testen professionell Online Casino Anbieter und teilen ihre persönlichen Erfahrungen. Avi lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin und ist passionierter Taucher und Ausdauersportler. Mehr zu Avi.