Die Spielbank Hannover liegt an der Lister Meile 2, direkt hinter dem Hauptbahnhof, und gehört zu den Merkur Spielbanken Niedersachsen. Über dem Eingang leuchtet in großen Buchstaben „Born to Entertain“, und das Haus nimmt diesen Anspruch auch am Abend meines Besuchs ernst.
Basisinformationen über das Haus, also Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrt und Spielangebot, finden sich in unserer Übersicht zur Spielbank Hannover. In diesem Erfahrungsbericht zur Spielbank Hannover geht es um einen kompletten Mittwochabend, von 19 Uhr bis Mitternacht.
Anreise und Parken
Die Lage ist für ein Stadtcasino kaum zu verbessern. Wer mit S-Bahn oder Bus kommt, steigt am Hauptbahnhof aus, verlässt ihn über den hinteren Ausgang zum Raschplatz und steht praktisch vor der Tür.
Wer mit dem Auto anreist, nutzt das Parkhaus Rundestraße gegenüber der Spielbank. Für Gäste des Hauses gelten dort vergünstigte Gebühren. Nach den vergünstigten Tarifen fragt der Besucher in der Spielbank.
Von außen zeigt sich das Haus als moderner Glasbau mit dem Schriftzug „Spielbank Hannover“ über dem Eingang. Am Abend leuchten die Fenster der oberen Etage in Pink und Blau, und der Schriftzug „Born to Entertain“ ist von weitem zu sehen.
Eintritt in die Spielbank Hannover

Gegen 19 Uhr trat ich ein. Der Eintritt kostet fünf Euro, die Halbjahreskarte 50 Euro. Sie bringt keine weiteren Vorteile, rechnet sich aber ab dem elften Besuch. Der Ausweis wird beim Einlass sorgfälig kontrolliert. Das Mindestalter für einen Besuch liegt in Niedersachsen bei 21 Jahren.
Der Eingangsbereich ist großzügig und zum Zeitpunkt meines Ankommens gab es keine Schlange. Die Mitarbeiter am Empfang waren freundlich und professionell.
Auf meine Frage, ob es an dem Abend etwas Besonderes gibt, wurden mir mehrere Angebote präsentiert. Ich habe mich daraufhin für das Cocktail-Package entschieden. Es enthält für 19,50 Euro den Eintritt, einen Cocktail nach Wahl und Glücksjetons im Wert von zehn Euro. Beim Buchen streikte kurz das Kassensystem, was der Empfang mit Geduld und guter Laune löste.
Abseits des Willkommensangebots hat das Haus feste Termine: freitags warten kostenlose Snacks und samstags von 20 bis 24 Uhr ein Glücksrad im Foyer mit bis zu 50 Euro Spielguthaben. An Sonntagen werden Kaffee und Kuchen serviert. An meinem Mittwoch stand das Glücksrad still neben der Treppe.
Das Klassische Spiel öffnet täglich um 16 Uhr und läuft sonntags bis donnerstags bis 2 Uhr sowie freitags und samstags bis 3 Uhr. Der Automatensaal öffnet montags bis samstags um 10 Uhr und sonntags um 11 Uhr.
Kleiderordnung
Eine strenge Kleiderordnung gibt es im Casino Hannover nicht. An diesem Abend trug niemand Sakko, aber es gab auch niemanden in Jogginghose. Der Mix war gepflegt und leger. Genauso wirkte die Kontrolle am Einlass – entspannt und ohne Diskussionen.
Erster Eindruck: Kristall über der Treppe
Unten liegen Empfang, Kasse, Garderobe und das Glücksrad, während der gesamte Spielbereich mit der Bar eine Etage höher liegt. Wer die Treppe hinaufgeht, läuft unter einem Kristallleuchter hindurch, der sich über die ganze Treppe zieht und einen hauch Glamour versprüht.
Der Stil ist warm und hochwertig: Holz, Glas, Samt und viel Kristall dominieren die Einrichtung der Spielbank. Der Teppich ist nicht mehr neu, aber sauber und gepflegt. Die Beleuchtung ist warm und unaufdringlich, Musik läuft leise, die Geräuschkulisse bleibt angenehm.
Auffällig war die Luft. Trotz Hitze draußen war die Temperatur im Saal angenehm. Rauchgeruch gab es trotz der im Innenbereich liegender Raucherkabine nirgends. Der Weg vom Eingang bis in den Saal ist stufenfrei möglich, denn es gibt unten einen Fahrstuhl.
Kasse, Spielerkarte und ein verlorener Geldschein
Das Haus arbeitet teilweise bargeldlos, was für mich Vor- und Nachteile mit sich brachte. An den Automaten und den Roulette-Stationen spielt man über eine Spielerkarte, die direkt am Gerät mit Bargeld oder EC-Karte aufgeladen wird. Gewinne werden nach dem Spiel wieder auf die Karte gebucht, ausgezahlt wird an der Kasse.
Die Erklärungen zur bargeldlosen Nutzung an den Geräten sind allerdings sehr knapp und nicht unbedingt eindeutig. Wer am Ende nur „Gewinne buchen“ wählt und nicht zusätzlich „Auszahlen“, bekommt seine Karte ohne Warnung zurück, während das Restguthaben am Automaten hängen bleibt.
Genau das passierte mir zwischen zwei Geräten. Mein Guthaben war nach dem Wechsel verschwunden. Der Mitarbeiter an der Kasse konnte den Betrag nicht nachvollziehen. Es ging um wenige Euro, also habe ich es dabei belassen. Eine Warnmeldung am Gerät würde hier viel helfen.
Umso bemerkenswerter war eine andere Szene. An den Roulette-Stationen hatte ich einen Geldschein verloren, ohne es zu merken. Ein anderer Gast gab ihn beim Personal ab, und wenige Minuten später stand ein Mitarbeiter neben mir und gab ihn mir zurück. Die Aufsicht hatte mich innerhalb kürzester Zeit über die Kameras ausfindig gemacht. So unauffällig die Überwachung im Saal wirkt, so gut funktioniert sie offensichtlich.
Roulette: 13 Stationen und vier Tische
Roulette wird in Hannover auf zwei Arten gespielt. Es gibt 13 Roulette-Stationen einer Interblock-Anlage, an denen man ab zwei Euro setzt. Das Maximum liegt bei 14.000 Euro. Die Anlage arbeitet mit einem echten Kessel; an jeder Station lässt sich alternativ eine RNG-Variante mit Zufallsgenerator wählen.
Am Tisch wird Amerikanisches Roulette angeboten. In deutschen Spielbanken ist das die schnellere Spielweise, aber mit nur einer Null. Vier Tische stehen im Saal, zwei davon waren an diesem Mittwoch geöffnet. Das Minimum liegt bei fünf Euro, die Maxima je nach Tisch bei 7.000 oder 14.000 Euro.
Die Statistik-Tafel zeigt nur die letzten elf Coups an. Wie lange man setzen darf, wenn die Kugel schon rollt, entscheidet der Croupier nach eigener Aussage nach Gefühl.
Die Croupiers sind überwiegend ältere, erfahrene Leute. Der dienstälteste steht seit 25 Jahren am Tisch. Was mir äußerst gut gefiel, war der Umgang mit Gästen, die es übertrieben. Wer anfing zu diskutieren oder nach Jetons griff, die ihm nicht gehörten, wurde freundlich, aber bestimmt zurechtgewiesen. Resolut, mit sichtbarem Humor, und der Tisch lief weiter.
Neben mir standen zwei Männer Mitte 40, die zum ersten Mal in einer Spielbank waren und ausschließlich Roulette spielten. Ums Gewinnen gehe es ihnen nicht, sagten sie, sondern vor allem um den Spaß. Sie wollten so lange bleiben, bis ihr Einsatz aufgebraucht war. Kurz darauf war es dann auch so weit.
An den Roulette-Stationen traf ich einen Herrn Ende 60, der nur mittwochs kommt. Der Mittwoch sei sein Glückstag, erklärte er mir. Es war ein Mittwoch, und er saß noch da, als ich weiterzog.
Black Jack: drei Tische, 500 Euro pro Box
Black Jack wird an drei Tischen gespielt, wobei das Minimum bei zehn Euro und das Maximum bei 500 Euro pro Box liegt. Für ein Casino dieser Größe ist das ein ordentliches Limit und viele Spielbanken deckeln deutlich früher.
An meinem Tisch hatte der Dealer an diesem Abend einen Lauf. Dreimal hintereinander legte er mit zwei Karten 21 hin, und auch sonst gewann er fast jede Runde. Ich verlor, wie alle anderen am Tisch, und die Stimmung wurde spürbar angespannt.
Solche Serien gehören zum Spiel. Auffällig war eher, wie ruhig der Dealer dabei blieb. Kein Kommentar, kein Triumph, nur das nächste Blatt.
Poker in der Spielbank Hannover
Der Pokerbereich war der lebendigste Teil des Abends. Alle drei Cash-Game-Tische waren besetzt. Die Stimmung sichtbar gut, an den Tischen wurde gelacht, und die Dealer trugen ihren Teil dazu bei. Selbst gespielt habe ich an diesem Abend nicht, dafür waren die Tische zu voll. Wer für Poker nach Hannover kommt, sollte früh da sein.
Die Platzvergabe für das Cash Game beginnt täglich um 18:45 Uhr. Gespielt wird Texas Hold’em und Omaha. Der Mindest-Buy-in liegt je nach Spiel bei 50 oder 300 Euro und die Blinds bei 2/2 oder 5/5. Dazu kommt Heads-up Hold’em gegen die Bank ab 5 Euro. Es ist mit einem progressiven Jackpot vor Ort ausgestattet, der bei 5.000 Euro startet.
Turniere laufen fest im Wochenplan: montags um 19 Uhr beginnt die Monday Turbo Challenge für 200 plus 20 Euro mit einem Re-Entry. Sonntags um 17 Uhr läuft das Ninety Nine Turnier für 90 plus 9 Euro mit zwei Re-Entries, am ersten Sonntag im Monat stattdessen die Progressive Knockout Challenge für 165 Euro.
Automatenspiel: 125 Geräte, Merkur vorn
Dass im Casino Hannover Spielautomaten einen hohen Stellenwert einnehmen, wurde gleich beim Eintritt ersichtlich. Am Plakat neben der Treppe fiel mir auf, dass das Haus freitags und samstags ab 17 Uhr Automatenturniere veranstaltet.
Der Automatensaal umfasst rund 125 Geräte, und die Verteilung ist für eine Spielbank ungewöhnlich. Merkur stellt etwa 40 Prozent. Novoline folgt mit rund 30 Prozent. Bei Aristocrat sind es etwa 20 Prozent und EGT liefert den Rest. In den meisten deutschen Spielbanken sucht man Merkur vergeblich, hier ist es der Hausherr.
Bei Novoline stehen Dominator-Gehäuse mit den Klassikern 25 Sizzling Hot, Mega Joker, Lucky Lady’s Charm deluxe und Power Stars. Hinzu kommt der als neu beworbene Ice Paradise. Bei Merkur lief unter anderem Gold Cup Power Spins. Der Einsatz liegt je nach Gerät zwischen zehn Cent und zehn Euro pro Spin.
Die progressiven Jackpots der Automaten vor Ort standen an diesem Abend bei 19.500 Euro (Cash Connection), 15.250 Euro (Bell Link) und 11.720 Euro (Impera Link). Alle Jackpot-Geräte waren den ganzen Abend belegt, der Saal war insgesamt zu etwa zwei Dritteln gefüllt. Getränke werden an den Automaten nicht serviert, dafür geht man an die Bar.
Fortuna war an den Automaten nicht auf meiner Seite. Dafür konnte ich beobachten, wie eine ältere Dame einige Geräte weiter einen großen Gewinn holte, mit Blinklicht und Alarm. Sie zuckte nicht einmal mit der Wimper und drückte ungerührt einfach weiter auf den Spin-Button.
Rauchen
Geraucht wird in Glaskabinen, die mitten im Spielsaal stehen. Komfortabel sind sie nicht: ein paar Stehtische, und ab vier Personen wird es eng. Aber wer schon einmal bei Wind und Regen vor einem Casino draußen rauchen musste, wird beim Komfort gerne Abstriche machen.
Die Abluft funktioniert in den Raucherkabinen ausgezeichnet. Obwohl die Türen ständig auf- und zugehen, riecht es weder in den Kabinen noch im Saal nach Rauch. Der gesamte übrige Saal ist Nichtraucherbereich. Für Nichtraucher ist Hannover damit eines der angenehmeren Häuser.
Bar und Restaurant: die längste Bar der Stadt
Die Bar steht mitten im Spielbereich und ist nach Aussage der Mitarbeiter die längste Bar Hannovers. Zugleich wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Nachgemessen habe ich nicht, aber lang ist sie, kein Zweifel. Die Bar öffnet täglich um 13 Uhr, sonntags bis donnerstags bis 3 Uhr, freitags und samstags bis 4 Uhr.
Die Barkarte des „Lucky Seven“ enthält über 80 Getränke und die Spirituosenauswahl ist riesengroß. An Champagner führt das Haus Moët & Chandon Brut Impérial, 39,90 Euro für 0,2 Liter und 98,90 Euro für die 0,75-Liter-Flasche. Gezapft werden Gilde und Carlsberg, dazu gibt es Corona und Weizenbier.
Die gut gelaunten Barkeeper mixten ohne Zögern auch Cocktails, die nicht auf der Karte standen. Der 43er Sour war der beste, den ich bislang getrunken habe. Die Bedienung war schnell und freundlich. Man kann nachvollziehen, warum das Lucky Seven Auszeichnungen sammelt.
Ein eigenes Restaurant im Saal gibt es nicht. Gegessen wird aus dem Mister Q im Nachbargebäude, das Essen wird an den Tisch im Casino gebracht. Meine Tapas kamen schnell. Sie schmeckten gut und waren schön angerichtet. Die Küche ist täglich ab 16 Uhr geöffnet, montags bis donnerstags bis Mitternacht, freitags und samstags bis 1 Uhr, sonntags bis 23 Uhr.
Die Toiletten sind sauber und edel eingerichtet, mit dunklem Mosaik und Marmorwaschtisch.
Publikum, Personal und Spielerschutz
Der Saal war an diesem Mittwoch in der Hochphase zu etwa 70 Prozent gefüllt. Das Publikum war zu über 90 Prozent männlich, ab 30 aufwärts, mit vielen älteren Gästen. Die meisten Besucher waren zu zweit oder in kleinen Gruppen da. Touristen und Stammgäste mischten sich.
Das Servicepersonal ist jung, Mitte 20 bis Mitte 30, Frauen und Männer gemischt, durchweg gut gelaunt. An den Tischen dagegen stehen die erfahrenen Croupiers.
Die Sicherheit hält sich im Hintergrund, nur am Eingang ist ein Mitarbeiter sichtbar postiert, der zugleich die Kasse im Blick hat.
Kameras sieht man, wenn man danach sucht, aufdringlich sind sie aber nicht. Broschüren zu Regeln und Spielerschutz liegen überall aus. Nach Selbstlimits oder Sperrmöglichkeiten habe ich nicht gefragt, Beschwerdesituationen habe ich keine beobachtet.
Fazit Spielbank Hannover
Meine Erfahrungen in der Spielbank Hannover sind eindeutig positiv. Das moderne Casino legt Wert auf ein gehobenes, gepflegtes Ambiente. Die Mitarbeiter machen ihre Arbeit sichtlich gerne und sind immer hilfsbereit. Bar und Küche halten das Niveau. Das Gesamtpaket aus Service, Spielangebot und Atmosphäre stimmt.
Die Schwächen sind überschaubar: Die Spielerkarte ist schlecht erklärt und kostet unachtsame Spieler Guthaben. Die Raucherkabinen sind eng, und mit zwei von vier Roulettetischen war das Klassische Spiel an einem Mittwoch dünn besetzt. Die Statistik-Tafel mit elf Coups ist knapp.
Wer Poker spielen möchte, findet hier volle Tische und gute Stimmung, sollte aber früh kommen. Automatenspieler treffen auf eine für Spielbanken seltene Merkur-Dominanz. Für Einsteiger wie für erfahrene Spieler ist das Haus gleichermaßen geeignet.
Ich habe die Spielbank um Mitternacht mit drei Jetons in der Tasche verlassen, also im Minus. Wiederkommen würde ich trotzdem, es war ein rundum gelungener Abend.