Die Martingale Strategie – Wir stellen das beliebte Roulette System vor

Die Martingale Strategie ist wohl die bekannteste und am weitesten verbreitete Roulette Strategie mit einem ausgezeichneten Ruf. Vor allem bei Einsteigern und wenig erfahrenen Glücksspielern erfreut sich das Martingale System großer Beliebtheit. Warum das so ist und was unter der Martingale Strategie zu verstehen ist, werden wir uns im nachfolgenden Artikel ein wenig genauer anschauen. Taugt die Martingale Strategie für den Glücksspielalltag und wo liegen die Vor- und Nachteile dieses Systems?

Was genau ist die Martingale Strategie?

Für das Martingale System benötigt man weder besondere mathematische Kenntnisse noch muss man sich komplexe Abläufe merken. Daher ist sie perfekt für Einsteiger, die sich noch nicht gleich Zu Beginn mit komplexeren Methoden befassen wollen. Die Vorgehensweise der Martingale Taktik ist sehr unkompliziert und funktioniert folgendermaßen:

Einfache Chancen

Gesetzt wird bei der Martingale Strategie, wie auch bei den meisten anderem Roulette Strategien auf einfache Chancen.

  • Rot/Schwarz (Rouge/Noire)
  • Gerade/Ungerade (Pair/Impair)
  • 1-18/19-36 (Manque/Passe)

Bei den einfachen Chancen gibt es die höchste Gewinnwahrscheinlichkeit, aber auch die kleinsten Gewinne. Ein “Stück” Einsatz wird im Gewinnfall lediglich verdoppelt

Vorteil der einfachen Chancen: Das Setzen auf einfache Chancen ist gut geeignet, um sich an das Roulette-Spiel heranzutasten. Die Einsätze und Gewinne lassen sich leicht aufrechnen um die Bankroll im Griff zu halten.

Funktionsweise der Martingale Strategie

Nun geht es um die Vorgehensweise bei der Anwendung der Martingale Strategie beim Roulette Spielen:

  1. Der Spieler setzt ein Stück auf eine der einfachen Chancen.
  2. Ist dieser Coup verloren, setzt der Spieler beim nächsten Durchgang zwei Stücke.
  3. Ist auch dieser Coup nicht erfolgreich, sind es beim dritten Durchlauf dann schon vier Stücke, die es einzusetzen gilt.
  4. Der Einsatz wird so lange verdoppelt, bis es einen Gewinn gibt.
  5. Nach dem Gewinncoup geht es mit dem Einsatz eines Stücks wieder von vorne los.

Wer diese Strategie konsequent durchzieht, wird mit den Gewinnen immer die vorherigen Verluste ausgleichen und ein zusätzliches Stück als Gewinn erhalten.

Nachteile der Martingale Strategie

Hört sich alles einfach und interessant an? Das ist es auch und wer diese Strategie dauerhaft und konsequent anwendet, kann in kleinen Schritten sichere Gewinne einfahren. Zumindest ist das die Theorie. Der Alltag sieht ein wenig anders aus und diese scheinbar so attraktive Strategie birgt auch einige Fallstricke. Budgetanforderungen: Wie man an der unteren Tabelle sehr deutlich erkennen kann, steigen die erforderlichen Einsätze schon nach wenigen Durchgängen sehr stark an. Wer zehn Mal in Folge verliert, braucht ganze 1.024 Stücke, um weitermachen zu können.

  • Hohe Verluste in kürzester Zeit: Bleiben wir beim Budget. Wer das Martingale System anwendet kann an seine finanziellen Grenzen stoßen. Und sind diese nämlich erreicht und es kommt immer noch kein Gewinncoup, dann verliert man innerhalb eines Durchlaufs viel Geld auf einmal.
  • Gewinn macht das Risiko nicht wett: Ganz egal, wie viele Stücke eingesetzt sind – der Gewinn beträgt pro Durchlauf immer nur ein einziges Stück. Dem Risiko sehr hoher Verluste steht also eine vergleichsweise kleine Gewinnsumme gegenüber. Ob sich diese Verhältnismäßigkeiten lohnen, muss jeder für sich selbst entscheiden.
  • Casino-Limits schieben einen Riegel vor: In jedem Casino, ganz egal ob online oder vor Ort, gelten für die Spiele bestimmte Einsatzlimits – Beträge, die pro Durchlauf maximal eingesetzt werden können. Mit solchen Regelungen schützen die Casinos die Spieler und sich selbst. Den Casino-Betreibern ist vollkommen bewusst, dass einige Spieler die eine oder andere Strategie anwenden, um ihrem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Einsatzlimits sind eine Strategie der Casinos, um einem solchen Spielverhalten vorzubeugen.

In der Praxis könnte es im schlimmsten Fall so aussehen: Der Roulette-Spieler hat so oft hintereinander verloren, dass der Einsatz über den Limits des Casinos liegt. Damit ist es dem Spieler nicht mehr möglich, die vorherigen Verluste wieder wettzumachen und zumindest ein Teil der Einsätze ist verloren, selbst wenn es mit hohem Einsatz zum Gewinn kommt.

Ein Beispiel für die Martingale Strategie anhand eines Roulette-Spiels:

RUNDE EINSATZ EINSATZ GESAMT GEWINN GEWINN REAL
1 1 Einheit 1 Einheit 2 Einheiten 1 Einheit
2 2 Einheiten 3 Einheiten (1 + 2) 4 Einheiten 1 Einheit
3 4 Einheiten 7 Einheiten (1 + 2 + 4) 8 Einheiten 1 Einheit
4 8 Einheiten 15 Einheiten 16 Einheiten 1 Einheit
5 16 Einheiten 31 Einheiten 32 Einheiten 1 Einheit
6 32 Einheiten 63 Einheiten 64 Einheiten 1 Einheit
7 64 Einheiten 127 Einheiten 128 Einheiten 1 Einheit
8 128 Einheiten 255 Einheiten 256 Einheiten 1 Einheit
9 256 Einheiten 511 Einheiten 512 Einheiten 1 Einheit
10 512 Einheiten 1023 Einheiten 1024 Einheiten 1 Einheit
11 1024 Einheiten 2047 Einheiten 2048 Einheiten 1 Einheit
12 2048 Einheiten 4095 Einheiten 4096 Einheiten 1 Einheit
13 4096 Einheiten 8191 Einheiten 8192 Einheiten 1 Einheit
14 8192 Einheiten 16383 Einheiten 16384 Einheiten 1 Einheit
15 16384 Einheiten 32767 Einheiten 32768 Einheiten 1 Einheit

Warum ist die Martingale Strategie bei Glücksspielern so beliebt?

Trotz der Vorbehalte, die mit dieser Roulette-Strategie verbunden sind, erfreut sich diese Vorgehensweise vor allem bei Glücksspiel-Einsteigern einer nicht nachlassender Beliebtheit. Doch warum ist das so?

Schnell und einfach zu verstehen

Die Einfachheit der Martingale Strategie ist einer der wohl wichtigsten Gründe. Sie ist sehr leicht zu verstehen und umfassende mathematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Jeder kann sofort mit der Umsetzung von Martingale loslegen, ohne sich zuvor tiefgreifendes Hintergrundwissen aneignen zu müssen.

Da wäre auch die scheinbare Sicherheit, die mit dieser Einfachheit zusammenhängt. Der Spieler hat mit dieser Methode das Gefühl, alles im Griff zu haben und alles bestens überschauen zu können. Dass dieses Gefühl allerdings sehr trügerisch ist, haben wir bereits weiter oben recht deutlich aufzeigen können. Es ist also auch hier immer Vorsicht geboten.

Ausgezeichnetes Image

Ein Faktor für die große Popularität des Martingale Systems ist auch das gute Image, das von unseriösen Glücksspielanbietern gerne vermittelt wird. In solchen Kreisen wird das System der Einsatzverdoppelung gerne als eine todsichere Gewinnstrategie verkauft. Letztendlich ist sie das auch, doch was die Betrüger gerne vergessen, sind die äußeren Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass es gar nicht möglich ist, die Martingale Strategie voll auszuspielen (zu hohe Budgetanforderungen, Einsatzlimits in Casinos etc.).

Falsche Erwartungen

Liegen die Chancen bei 50:50, dann tritt jedes der zwei möglichen Ereignisse auf lange Sicht gleich oft ein. Hier liegt auch der Denkfehler, den viele unerfahrene Spieler machen. Wer oftmals hintereinander verliert, neigt dazu anzunehmen, dass mit jedem Verlust die Chancen steigen, beim nächsten Mal zu gewinnen. Diese Annahme ist aber nur teilweise richtig. Selbst wenn jemand immer und immer wieder auf Schwarz setzen würde und immer und immer wieder verliert, kann man nicht davon ausgehen, dass nun ein Gewinncoup folgt.

Dies gilt auch für die eigenen Verlustcoups: Nur weil man 15 Mal in Folge verloren hat bedeutet das nicht, dass man nicht auch 15 weitere Male verlieren wird. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass man so oft verliert, aber eine Sicherheit wird es nie geben. Es kommt im Glücksspielalltag sehr selten vor, dass der Kessel tatsächlich ein Problem hat und z.B. Rot deutlich häufiger vorkommt. Wenn man auf Schwarz gesetzt hat, sitzt man in solchen Fällen auf Verlusten. Mit der gleichen Strategie auf Rot weitermachen, kann helfen. Aber das Ergebnis ist stets unklar.

Unerfahrene Spieler geraten viel schneller in Panik, wenn sie in einer Verluststrähne stecken und neigen dazu, die entstandenen Verluste mit immer höheren Einsätzen auszugleichen. Genau an diesem Punkt greifen dann die falschen Erwartungen bei der Martingale Strategie. Die Tatsache, dass man immer doppelt so viel einsetzt wie zuvor, vermittelt dieses trügerische Gefühl, dass man die Verluste wieder wett macht und dass man nur lange genug warten muss, bis die Strategie Früchte trägt. Dass man stets über dem Abgrund balanciert und die Gewinne, die man dann erzielt, nicht hoch genug für das eingegangene Risiko sind, gerät in solchen Situationen schnell in Vergessenheit.

Martingale und andere Spiele (Black Jack, Slots)

Die Martingale Strategie lässt sich auch beim Blackjack einsetzen

Was fürs Roulette-Spiel gilt, lässt sich auch gut auf Blackjack-Spiele übertragen. Auch hier verdoppelt der Spieler Runde um Runde seine Einsätze, bis es einen Gewinn gibt. Daraufhin geht es mit der ersten Einsatzstufe wieder los. Das Martingale System kann prinzipiell auch beim Blackjack wunderbar funktionieren, aber auch hier übersteigt alles in allem das Risiko die Gewinnwahrscheinlichkeiten.

Da beim Blackjack meist höhere Mindesteinsätze als beim Roulette gelten, wachsen die Summen noch viel schneller in unermessliche Höhen und noch schneller sind auch die Maximallimits erreicht, die das Casino vorschreibt. Wobei hier dann auch noch erschwerend hinzukommt, dass die Limits beim Blackjack meist niedriger sind als beim Roulette.

Eine weitere verbreitete Strategie beim Blackjack ist die sogenannte Basisstrategie. Damit lassen sich anhand mathematischer Berechnungen die erfolgsversprechendsten Vorgehensweisen bei jeder vorliegenden Kartenkonstellation bestimmen. Wer eine Basisstrategie anwendet, kann bzw. sollte nicht gleichzeitig die Martingale Strategie nutzen. Beide Vorgehensweisen würden miteinander kollidieren.

Wie sieht es mit den Slots aus?

Ja, auch bei den Slot-Automaten kann der Spieler nach dem Martingale System vorgehen. Wann immer ein Durchgang ohne Gewinn endet, setzt der Spieler beim nächsten Mal die doppelte Summe. Aber auch hier stößt die Strategie schnell an ihre Grenzen. Die Maximaleinsätze sind bei den Slots nämlich meist noch viel schneller erreicht als beim Roulette und Blackjack – und dann ist die ganze Strategie vollkommen sinnlos.

Zudem lässt sich das Grundprinzip des Martingale Systems auch überhaupt nicht anwenden, denn im Gegensatz zu im Vorfeld bekannten Gewinnen beim Blackjack und Roulette sind die Gewinnsummen bei Slots jedes Mal unterschiedlich hoch. Mal gewinnt der Spieler nur einen kleinen Teil seines Einsatzes und mal ist es das Vielfache des eingesetzten Betrags. Selbst wenn man mit der Martingale Strategie nicht sein ganzes Geld verliert, so kann es sein, dass man eben nicht mehr gewinnt als verliert, wenn man wie beim Roulette einen Gewinndurchlauf verzeichnet.

Eine Möglichkeit, der Martingale-Strategie beim Slot-Spielen ein wenig auf die Sprünge zu helfen, ist es, Slots mit niedriger Varianz auszuwählen. Als solche werden Automaten bezeichnet, die kleinere, aber dafür häufigere Gewinne ausschütten.

Fazit: Die Martingale Strategie stets mit Vorsicht genießen

Es gibt schon seinen Grund, weshalb Glücksspiel-Profis einen Bogen um die Martingale Strategie machen. Das System ist in der Theorie durchaus erfolgsversprechend, doch leider lässt sich Theorie beim Glücksspiel schwerlich in die Realität umsetzen.

Wo die Einfachheit und die unkomplizierte Anwendung eindeutig zu den Vorteilen des Martingale Systems gehören, sind auf der anderen Seite hohe Verluste zu befürchten, die von den vergleichsweise kleinen Gewinnen nicht relativiert werden können. Es ist jedem selbst überlassen, die Martingale Strategie anzuwenden oder auf sie zu verzichten – allerdings sollte man sich stets der Risiken bewusst sein und Glücksspiele stets mit Vorsicht und Bedacht angehen.

Avi Fichtner – Autor von Spielbank.com.de

Avi Fichtner hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Aus dem ursprünglichen Interesse an Casino Spielen und Poker entstand ein Startup, welches heute ein erfolgreiches Unternehmen im Glücksspiel-Bereich ist. Avi und sein Team testen professionell Casinoanbieter und teilen auf dieser Seite ihre persönlichen Erfahrungen.

  • Autor: Avi Fichtner
  • bewertet am: 2018-12-31
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