Wer auf der Suche nach Wellness und Entspannung ist, findet diese in über 250 deutschen Städten. Oft bieten Kurstädte auch viel mehr als nur das: Wer seiner Gesundheit etwas tun möchte, kann in den anerkannten Kurorten nicht nur entspannen, sondern auch in Kurparks frische Luft schnappen, am Wasser nach Abkühlung suchen oder am Abend in Deutschlands beliebtesten Casinos sogar etwas Geld in die Urlaubskasse spülen.
Denn: Ein Wochenende in den anerkannten Kurorten und Heilbädern kann schnell teuer werden: Im Schnitt kosten drei Tage Aufenthalt in Deutschlands Kur- und Heilstätten 535 Euro, wie eine Analyse des Informationsportals Spielbank.com.de zeigt. Dafür wurden insgesamt 253 deutsche Kurstädte und Heilbäder berücksichtigt und im Hinblick auf die durchschnittlichen Preise für Hotels, Restaurants, Parkplätze, Thermen, für die beliebteste Aktivität pro Stadt sowie für den Gäste- bzw. Kurbeitrag für zwei Erwachsene für ein Wochenende (Freitag bis Sonntag) miteinander verglichen. Vor allem im Norden der Bundesrepublik muss für einen Aufenthalt in den Kur- und Heilstätten demnach tief in die Tasche gegriffen werden.
Hier wird der Kuraufenthalt besonders teuer
Dank des Reizklimas und der Meeresluft sind Nordseeheilbäder vor allem bei Personen mit Atemwegs- und Hautprobleme beliebt. Der Besuch eines Seeheilbades hat allerdings seinen Preis: Ein Wochenende in Norderney kostet für zwei Personen im Schnitt 951 und ist damit die teuerste Heilstätte im Vergleich. Alleine 652 kostet das Hotelzimmer im Schnitt, womit das älteste deutsche Nordseebad der teuerste Übernachtungsort im Ranking ist. Ähnlich kostspielig wird der Wochenendtrip nach List auf Sylt, der mit 917 Euro zu Buche schlägt. Preistreiber ist neben dem Hotelzimmer der Restaurantbesuch, der mit durchschnittlich 39,40 Euro pro Person zu den drei teuersten im Vergleich gehört.
Doch nicht nur die Heilstätten im Norden treiben den Einsatz nach oben: Auch ein Wochenende im heilklimatischen Kurort Oberstdorf im Allgäu ist mit durchschnittlich 891 Euro teuer. Hörnum auf Sylt und Baltrum folgen mit einem Wochenendpreis von jeweils 869 Euro, den Urlauber für einen Aufenthalt in den beiden Nordseeheilbädern durchschnittlich zahlen. Auf Baltrum ist dabei die beliebteste Aktivität ein Kostenfaktor: Eine geführte Wattwanderung zählt mit 35 Euro pro Person zu den teuersten Top-Aktivitäten im Ranking.
Kurstädte in Hessen und Thüringen am günstigsten
Wer seiner Gesundheit für ein geringeres Budget etwas Gutes tun möchte, sollte für ein Wochenende nach Bad Berka verreisen, welches mit durchschnittlich 356 Euro im Vergleich das günstigste ist. Somit ist das Reisebudget für einen Abstecher ins Casino umso größer. Mit Bad Zwesten und Bad Camberg folgen zwei hessische Kurstädte als eine der kostengünstigsten Orte im Ranking: Für einen Wochenendaufenthalt in den beiden Städten zahlen zwei Personen 358 bzw. 366 Euro.
Auf 371 Euro belaufen sich die Kosten für Hotel, Restaurantbesuch, Thermeneintritt, den Besuch der beliebtesten städtischen Attraktion sowie den Kurbeitrag und die Parkgebühr im an der Schwäbischen Alb gelegenen Heilbad Bad Ditzenbach. Mit durchschnittlich 14,30 Euro können Urlauber in dem Kurort so günstig essen gehen wie in keiner anderen der untersuchten Städte. Im thüringischen Heilbad Bad Blankenburg lässt es sich pro Wochenende für durchschnittlich 386 Euro entspannen, womit die Stadt die Top Fünf der günstigsten Kurorte komplettiert.
Kurabgaben von bis zu 5,50 Euro pro Tag
Anerkannte Kur- und Erholungsorte können einen Kurbeitrag verlangen, um die touristischen Angebote vor Ort zu erhalten und weiterzuentwickeln. Auch dabei werden in den Nordseeheilbädern die höchsten Abgaben fällig. In Spiekeroog zahlt man pro Tag und pro Person 5,50 Euro – für einen Wochenendtrip bedeutet das eine Zusatzzahlung von 33 Euro. Hessens Landeshauptstadt und offizielles Mineral- und Thermalheilbad Wiesbaden fordert einen Kurbeitrag von fünf Euro, gefolgt von der Ostfriesischen Insel Langeoog, wo täglich 4,95 Euro entrichtet werden müssen. Jeweils 4,90 Euro werden auf den beiden Nordseeinseln Norderney und Wangerooge fällig. In 13 Städten wird hingegen kein Kurbeitrag verlangt. Dazu gehören unter anderem Bad Fallingbostel, Bad Vilbel und Bad Soden am Taunus.
So teuer wird Thermenbesuch in den Kurstädten
Bei einem Kururlaub darf der Besuch einer Therme nicht fehlen. Besonders teuer wird dieser im schwäbischen Unterallgäu: Pro Person kostet ein Tageseintritt in die Therme Bad Wörishofen 58 Euro – der höchste Eintrittspreis im Vergleich. Eine Badewelt Mineral-Thermalwasser der städtischen Rosenquelle sowie eine vielfältige Saunalandschaft für eine Gebühr von 52 Euro erwartet Besucher der Aachener Carolus Thermen. Nur etwas günstiger ist die Kristall-Therme in Kochel am See mit einem Tageseintritt von 51 Euro pro Person. Allerdings hat die Therme bereits eine Preiserhöhung ab Mitte September angekündigt. Das Badehaus Norderney und die SaarowTherme im brandenburgischen Bad Saarow gehören mit 49 bzw. 47,50 Euro ebenfalls zu den teuersten Thermen im Ranking.
Günstiger ist der Badbesuch in Bad Camberg mit vier Euro und in Bad Zwesten und Neukirchen (Knüll) mit jeweils 4,50 Euro. Das Solebad Bad Gandersheim und die AquaOlsberg Sauerlandtherme folgen mit sechs Euro Eintritt pro Person. Allerdings steht in allen fünf Bädern aktuell kein Saunabereich zur Verfügung.
So kostspielig sind die beliebtesten Touristenattraktionen
Neben den Thermen der Region lohnt es sich außerdem, eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Städte zu besuchen. Das muss nicht immer teuer sein: In vielen Städten gehören die öffentlichen Kurparks oder Kirchen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten, die kostenlos besucht werden können. In den Seeheilbädern gibt es zudem lange Strandabschnitte und -promenaden, an denen Besucher entlang spazieren können.
Teuer wird es hingegen in Freizeitparks: Pro Person zahlen Besucher des Hansa-Parks in Sierksdorf 53 Euro, im Taunus Wunderland in Schlangenbad sind es 35,50 Euro. Die Nationalpark-Wattwanderung auf der Insel Baltrum ist ebenfalls beliebt, mit 35 Euro pro Person aber auch vergleichsweise teuer. Wer nicht nur Geld ausgeben, sondern Geld gewinnen möchte, kann einen Abstecher in die örtlichen Casinos machen, die in drei Städten zu den beliebtesten Touristenattraktionen gehören. Der Eintritt in die Spielbank Bad Kötzting und in die Spielbank Bad Wiessee ist dabei sogar kostenlos, für einen Abend im prestigeträchtigen Casino Baden-Baden werden 10 Euro pro Person fällig.
So teuer sind die Hotelzimmer
Die Hotelzimmer kosten einen Großteil des Budgets. Mit welchen Durchschnittspreisen Kurgäste für ein Doppelzimmer je nach Stadt rechnen müssen, zeigt die Tabelle:
Preise für Restaurantbesuch variieren je nach Stadt
Neben den Hotels muss auch für einen Restaurantbesuch teilweise tief in die Tasche gegriffen werden. Einen Überblick über die Durchschnittspreise pro Person gibt es hier:
Vorsicht vor hohen Parkkosten
Wer mit dem Auto anreist, muss auf öffentlichen Parkplätzen in einigen Städten mit zusätzlichen Kosten rechnen. Wo der Stundenpreis hoch ausfällt und in welchen Orten kostenfrei geparkt werden kann, ist in der Tabelle einsehbar:
Informationen zur Untersuchungsgrundlage
Die Informationsplattform www.spielbank.com.de hat den Durchschnittspreis für einen Wochenendaufenthalt (Freitag bis Sonntag, zwei Erwachsene) in insgesamt 253 deutschen Kurstädten und Heilbädern analysiert. Dafür wurden die Durchschnittspreise der Restaurants bei Google Maps für drei Abendessen (ein Abendessen = typischer Betrag pro Person und Besuch, i. d. R. Hauptgericht plus Getränk, ohne Trinkgeld), die Durchschnittspreise für Hotelzimmer für zwei Nächte bei Booking.com (maximal 25 Hotels wurden pro Stadt berücksichtigt), der Eintrittspreis in die stadteigene Therme, der Gäste- bzw. Kurbeitrag für drei Tage, die maximalen städtischen Parkgebühren pro Stunde sowie der Eintrittspreis der Top-Aktivität laut Tripadvisor. Wenn es keine stadteigene Therme gab, wurde alternativ eine der nächstgelegenen Thermen gewählt, wenn möglich wurde der Preis mit Zugang zum Saunabereich gewählt. Berücksichtigt wurden nur gesamte Gemeinden, die als Kurorte, Heilbäder, Thermalheilbäder und Soleheilbäder anerkannt sind.